Beweis: Gefährliche Bakterien im Weiher

Von: Stephan Mohne
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Qualvoll verendet: Das Robert-
Qualvoll verendet: Das Robert-Koch-Institut hat die giftproduzierenden Bakterien nachgewiesen, die für den Tod zahlreicher Tiere wie diesem Fisch im Richtericher Schloss Schönau verantwortlich sind. Foto: Andreas Steindl

Richterich. Bislang gab es vor allem Indizien, wie die Stadt nicht müde wurde zu betonen. Ob denn nun tatsächlich das Bakterium „Clostridium botulinum” und das von ihm produzierte Supergift Botulinumtoxin im Weiher an Schloss Schönau in Richterich vorhanden ist, dafür fehlte der letzte Beweis.

Bis Mittwoch. Da trudelten nämlich die Ergebnisse von Laboruntersuchungen des Robert-Koch-Instituts ein. In zwei toten Tieren, einem Karpfen und einer Ente, wurden die Bakterien gefunden, wie Stadtpressesprecher Hans Poth am späten Nachmittag sagte. Allerdings bedurfte es dazu erneut Nachfragen. Von sich aus teilten die zuständigen Fachämter die Ergebnisse nicht mit, obwohl in Richterich große Unruhe herrscht.

Immerhin sind bislang fast 50 tote Enten und Schwäne sowie etliche verendete Fische dort gefunden worden. Ende vorletzter Woche hatte eine Obduktion beim staatlichen Veterinäramt in Krefeld ergeben, dass aller Wahrscheinlichkeit Botulismus für das Sterben der Tiere verantwortlich ist. Zwar hatte man keine Erreger oder das Gift selbst gefunden, die Todesumstände sprachen aber dafür. Eine weitere Untersuchung des Robert-Koch-Instituts verlief negativ: Im Wasser selbst hab es es keinen Nachweis. Zudem geht die Zahl der tot aufgefundenen Tiere derzeit stark zurück.

Unklar bleibt trotz des Erregerfundes jedoch, welche Arten des Botulinumtoxins von den Bakterien im Weiher produziert werden. Acht Arten gibt es, vier sind auch für Menschen lebensgefährlich. Und das in der Dosis von gerade einmal zehn Milliardstel Gramm.

Was nun? Mit dieser Frage will sich heute ein Krisenstab befassen, an dem verschiedene Fachbereiche aus Stadt und Städteregion teilnehmen sollen. Eingeschaltet ist mittlerweile auch die Feuerwehr - genauer: der Leitende Notarzt. Schließlich sind Folgen für Menschen nicht auszuschließen. Verschiedene Szenarien wurden schon vorab diskutiert. Über Details wurde bisher nichts gesagt.

Darunter dürften jedoch Maßnahmen sein, die auch der Naturschutzbund Deutschland für notwendig erachtet. Dieser hat bundesweit seit den 1970er Jahren immer wieder Fälle von Massensterben bei Tieren durch Botulismus dokumentiert. Aachens Nabu-Vorsitzender Claus Mayr rät: „Gewässer nochmals entschlammen, auch wenn das außerhalb des geplanten Turnus liegt, Sauerstoffversorgung verbessern, Fütterungsverbote stärker überwachen.” Das Bakterium könne sich in Form von Sporen lange halten und im Gefieder von Vögeln an andere Orte transportiert werden.

Unterdessen bildet sich im Ort die Bürgerinitiative „Brunnen im Schlossparkweiher”, die bereits in Form von Flugblättern mobil macht. Initiator ist Markus Knops, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Weiher am Rathausplatz wohnt. Die besorgten Rich-tericher wollen sich am kommenden Donnerstag um 19 Uhr auf dem Rathausplatz versammeln.

Eingeladen hat Knops auch Politiker wie Bezirksbürgermeisterin Marlis Köhne und auch Verwaltungsleute, darunter den OB. Bereits am Mittwoch tagt um 18 Uhr die Bezirksvertretung just in Schloss Schönau. Auch dort wird es wohl manche Nachfrage geben. Kontaktieren kann man die Bürgerintitiative über Markus Knops unter Telefon 0173-7009453 oder knops.markus@outlook.com.
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