Bewegte Klangbilder erzählen von der Geschichte des Bergbaus

Von: rhl
Letzte Aktualisierung:
11329776.jpg
Laden in die offenen Ateliers und die Jahresausstellung: die Künstler und Künstlerinnen des Atelierhaus Aachen in der Süsterfeldstraße 99. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit dem Verschwinden des Bergbaus in der Grenzregion ist für viele ein Stück Identität verloren gegangen. Die gefährliche Arbeit unter Tage prägte die Menschen und schweißte sie zusammen. Umso schmerzhafter war das Ende dieser Ära, oft verbunden mit dem Verlust des Arbeitsplatzes und des hart erarbeiteten Wohlstandes.

Diese Geschichte greift das Musiktheater „Root 51°“ in seiner Erzählung „Schwarze Liebe – Grüner Berg“ auf vielseitige Weise neu auf.

In einem speziellen Bühnenformat, bestehend aus Videofilm, Fotodokumentation, Livemusik und Tanz, erzählen verschiedene Künstler auf ihre Art die Geschichte des Wandels in der Grenzregion. „Ich habe selbst die Entwicklung gesehen, den Aufschwung durch die Kohlebergwerke und schließlich ihren Niedergang“, schildert Filmemacher Jo Dautzenberg seinen persönlichen Bezug zu dem Projekt. „Ich habe gesehen, wie die schwarzen Berge grün geworden sind.“

Diese Veränderung in der Landschaft durch die Berge schwarzen Aushubs aus den Kohleschächten, die mit der Zeit vom Grün überwuchert wurden, gab dem Stück seinen Namen. Für Dautzenberg ein Sinnbild: „Man hat gesehen, wie in der ganzen Region die Städte eingefallen sind – und wie sie sich jetzt langsam wieder erheben. Nur wenige Gegenden haben eine solche Metamorphose mitgemacht.“

Heribert Leuchter, Saxophonist in der Musiktheatergruppe, geht es ebenfalls um die Frage der Veränderung: „Wir stellen uns die Frage: Was hat der Bergbau mit der Landschaft und mit den Menschen gemacht?“ Und weil es sich dabei um ein grenzüberschreitendes Thema handele, spiegele sich das auch in der Zusammensetzung der Künstlergruppe wider. Musiker, Tänzer und Videokünstler aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland kommen eigens für dieses Stück zusammen.

„Es geht uns auch darum, die Identität stiftende Geschichte weiterzuentwickeln, damit sie den Menschen wieder bewusst wird“, sagt Nadya Bascha, Geschäftsführerin des Atelierhauses Aachen. Das Musiktheater ist ein Teil des Atelierhaus-Projekts „Mine Mapping II“, das sich mit der Geschichte des Berg- und Tagebaus in der Euregio befasst.

Die multimediale Aufführung „Schwarze Liebe – Grüner Berg“ findet am Freitag, 27. November, um 19 Uhr im Kármán-Auditorium, FO4, Eilfschornsteinstraße 15, statt. Der Eintritt ist frei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert