Aachen - Bewegende Christmette im Aachener Dom

Bewegende Christmette im Aachener Dom

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Gefeiert wurde das Pontifikalamt von Weihbischof und Diözesanadministrator Karl Borsch sowie acht Konzelebranten. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Weihnachtsabend 2015. Die Glocken des Domes laden zur Christmette ein. 1350 Gläubige sind auf dem Weg zum Aachener Dom. „Es sind so viele, wie lange nicht mehr“, sagt Ehrendienstleiter Jürgen Sevenich anerkennend.

Im Oktogon erstrahlten die Lichter des Barbarossa-Leuchters und kraftvoll intonierten Domorganist Professor Michael Hoppe und die Dombläser während des Einzugs der Geistlichen die festliche Missa Te Deum laudamus von Wolfram Menschick. Gefeiert wurde das Pontifikalamt von Weihbischof und Diözesanadministrator Karl Borsch sowie acht Konzelebranten. Zu ihnen gehörten auch Bischof em. Heinrich Mussinghoff und Dompropst Manfred von Holtum. Mit Segenswünschen zum Weihnachtsfest eröffnete Weihbischof Borsch die Feier des Pontifikalamtes.

„Ich freue mich, mit Euch gemeinsam die Christmette zu halten und die Gemeinschaft Gottes zu erleben“, wandte er sich an die Gläubigen. Wie immer beeindruckend am Heiligen Abend im Dom war der Gesang des Martyrologiums, einer biblischen Chronologie zur historischen Abstammung Jesu, vorgetragen mit heller Knabenstimme. Das Lukas-Evangelium von der Geburt Christi wird traditionell von der Heinrichskanzel herab verlesen, diesmal durch Dompropst von Holtum.

„Auch diesmal habe ich mich wieder auf Weihnachten und seine Botschaft gefreut. Aber darf ich das bei all dem, was geschieht an Krieg und Angst, an Terror und Gewalt, an Unglück und Katastrophen? Und das alles bringen wir heute Abend mit in den Dom“, leitete der Diözesanadministrator seine Predigt ein. An Weihnachten feiern wir, dass unsere Sehnsucht sich erfüllt. Ein Kind wird uns geboren. Der Schöpfer kommt in seine Welt, nicht als strahlender Held, sondern als Kind im Stall. So menschlich beginne unsere Religion. Wohl werden viele Kinder in dieser Welt um ihre Lebensfreude betrogen. Doch wir dürfen ihnen den Lebensmut nicht nehmen.

„Christen dürfen sich nicht abriegeln, dürfen sich nicht einschließen und absichern vor der Welt. Wir müssen in den ‚Stall’, dahin, wo die Geburt stattfindet. Wer nicht in den ‚Stall’ geht, verpasst die Menschwerdung Gottes“, hieß es wörtlich. Sich herauswagen in die Fremde, sich fremden Einsichten und Argumenten aussetzen und mit Sachkenntnissen für die Wahrheit einstehen – das kann schwer sein, das kann anfechten. Da muss man sich bisweilen auf die Abgründe des Lebens einlassen, schlussfolgerte Weihbischof Borsch.

Die wie stets bewegende und einfühlsame musikalische Gestaltung der Christmette durch Domchor, Turmbläser und insbesondere das Orgelspiel führte zu Nachdenklichkeit und stillem Hineinhorchen in sich selbst. Schier atemlos lauschten die Gläubigen dem Wechselgesang des Herren- und Knaben-Domchores bei „Stille Nacht – Heilige Nacht“ sowie dem abschließenden Orgelspiel der Toccata aus der V. Orgelsymphonie von Charles Marie Wider.

So manches Tränchen in den Augen verriet die innere Ergriffenheit. Weihbischof Borsch schloss das Pontifikalamt mit den Worten: „Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Grüße an alle Alten und Kranken in Ihrer Umgebung“.

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