Aachen - Betriebe profitieren von der Vielfalt der Kulturen

Betriebe profitieren von der Vielfalt der Kulturen

Von: Paula Schönfelder
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Auf den Spuren der Migration: Die Gesamtschüler, hier mit Schulleiter Hartwig Hillebrand (links) und Heinz Gehlen von der IHK beim „Handshake“, belegten den dritten Platz beim „KURS-Award“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Aus welchen Ländern kommen eigentlich die Mitarbeiter eines Unternehmens? Vermissen sie ihre Heimat? Wurden sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, und was sind ihre Erfahrungen in der Arbeitswelt?

Solche und viele weitere Fragen haben neun Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Heine-Gesamtschule im Rahmen des Wettbewerbs der „Kooperation Unternehmen der Region und Schulen“ (kurz „KURS“) jeweils einem Mitarbeiter mit Migrationshintergrund der Bäckerei Moss und einem des CMS Pflegewohnstifts Laurensberg gestellt – und damit den dritten Preis des diesjährigen Wettbewerbs gewonnen.

Zum „KURS“-Thema „Multikulti im Betrieb – viele Nationalitäten unter einem Dach“, einer Initiative der Industrie- und Handelskammern (IHK) Aachen, Bonn/Rhein-Sieg und Köln sowie der Handwerkskammer zu Köln und der Kölner Bezirksregierung, trafen sich die Achtklässler mit dem stellvertretenden Schulleiter Dr. Leo Gielkens drei Monate lang außerhalb der Schulzeit – ganz freiwillig und aus reiner Neugier.

„Wir wollten einfach wissen, was hinter den Betrieben steckt und wie alles funktioniert“, erzählte der 14-Jährige Eliya, der begeistert an dem Projekt teilgenommen hat. Also kamen die vier Mädchen und fünf Jungs nach dem Unterricht zusammen und erarbeiteten einen Fragenkatalog. Nachdem sie sich auch mit der Kamera vertraut gemacht hatten, ging es schließlich mit Stift und Papier bewaffnet los in die beiden Betriebe.

„Die Schüler haben gelernt, wie man mit einer richtigen Kamera umgeht“, berichtete Gielkens, der dieses Projekt nun zum zweiten Mal an seiner Schule betreute. „So konnten sie die Mitarbeiter nicht nur interviewen, sondern auch im Porträtbild festhalten. Zuletzt haben wir noch eine Schlüsselaussage erstellt.“ Die Antworten auf die Fragen der Mädchen und Jungen waren überraschend und bewegend zugleich, waren sich die Schüler einig. So ist Halina D., Altenpflegerin im Pflegeheim in Laurensberg, besonders wichtig, ihrer Tochter etwas bieten zu können. „Ich vermisse nur das Cevapcici aus Kroatien“, bilanzierte dagegen Allen M. aus Jugoslawien, der es zum Bäckermeister und Betriebswirt bei der Bäckerei Moss gebracht hat.

Besonders der Aspekt der unterschiedlichen Nationalitäten ist dem jüngst aus dem Amt geschiedenen Geschäftsführer der IHK Aachen, Heinz Gehlen, wichtig. „70 Prozent der Flüchtlinge sind unter 27 Jahre“, erläuterte er. „ Vor allem im Zuge des demografischen Wandels und im Hinblick auf unseren Fachkräftemangel sind diese Menschen nicht nur wegen des sozialen, sondern auch wegen des wirtschaftlichen Gedankens sehr wichtig für uns.“

Als „individuelle Partnerschaft“ beschrieb Dr. Christoph Merschhemke aus dem „KURS“-Zentralbüro die Kooperation zwischen Schulen und Firmen. Schüler würden bei der Berufswahl gefördert, gleichzeitig könnten Betriebe dadurch früh Kontakte zu möglichen neuen Auszubildenden knüpfen, erläuterte Merschhemke das Prinzip von „KURS“.

HHG-Schulleiter Hartwig Hillebrand zeigte sich überzeugt von dem Projekt: „Wir haben viele Schüler mit ganz unterschiedlichen Nationalitäten, so wie auch die Betriebe. Multikulti ist eine Chance – sowohl im Unternehmen, als auch in der Schule.“ Die Schüler bekämen zudem die Möglichkeit, in die Betriebe zu schnuppern und aus der Schule heraus ihre Nase in die Arbeitswelt stecken zu können.

Ein Preisgeld von 100 Euro und eine Urkunde gab es von Heinz Gehlen für die Schüler. Für die Verwendung des Geldes hatte Silvia Moss die passende Idee: Ein gesundes Frühstück für alle neun Schüler und deren Lehrer – zum Beispiel in einer Aachener Bäckerei.

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