Besucher holen sich im Theater ein blaues Auge

Von: Katrin Haas
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„Königin der Nacht“ für einen Tag: Nicht nur Schauspieler, sondern auch die Besucher des Theaterfestes wurden verwandelt. Die Spielzeiteröffnung mit einem bunten Fest sorgt für ein volles Haus. Foto: Heike Lachmann
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Ein Kürbiskopf gefällig? Kein Problem beim Theaterfest. Der Renner war das „Horror-Schminken“.

Aachen. Maskenbildner Maurice Luther zieht konzentriert mit feinen Strichen die Wunde nach, tupft etwas Blut darauf und schminkt seinem Modell noch schnell ein Veilchen. Gerade war die Haut des Jungen noch gesund und unversehrt. Jetzt sieht er, nun ja, etwas mitgenommen aus. Das Splatter-Schminken im Foyer zieht die kleinen Besucher des Theaterfestes magisch an. Was ist schon ein Schmetterlingsgesicht gegen ein paar richtig grausige Details?

Mit dem traditionellen Theaterfest eröffnet das Theater Aachen die neue Saison und zeigt seinem Publikum auch die Verwandlungskunst hinter den Kulissen.

Das Fest sorgt auch dieses Mal für ein volles Haus. Im Mittelpunkt steht die Arbeit der Mitarbeiter, die sonst nur hinter den Kulissen zugange sind. Auf der Bühne erklären verschiedene Spezialisten der Bühnentechnik, die Theatermaler und Experten aus der Kostümabteilung ihr Handwerk. „Jedes Bühnenbild ist ein Unikat“, erklärt Detlev Beaujean, technischer Ausstattungsleiter. In rund 20 Stunden Arbeit wird die Beleuchtung der Bühne optimal eingestellt. Denn auch das schönste Bühnenbild muss in das richtige Licht gerückt werden.

Erst zwei Wochen vor der Premiere proben dann die Schauspieler zum ersten Mal in Kostüm und Maske im Originalbühnenbild. Während die Bühnentechniker aus dem Nähkästchen plaudern, schminkt derweil eine Maskenbildnerin live ein Modell als Königin der Nacht aus der Zauberflöte. Damit das Modell später ein imposantes blaues Kopfteil tragen kann, werden zuerst die Haare ganz flach an den Kopf gelegt oder als flache Haarschnecken festgesteckt. Ganz schön aufwendig.

Die Kinder am Horror-Schminktisch müssen zum Glück nicht so lange warten wie das Modell auf der Bühne. Sie wünschen sich neben dem klassischen Veilchen vor allem Schürf- und Platzwunden. Kompliziertere Verletzungen brauchen Zeit: „Ein offener Bruch wäre hier unter diesen Umständen ein bisschen schwierig“, erklärt der Maskenbildner Maurice Luther.

Dafür müsste bei einem Nasenbruch erst einmal ein Gesichtsabdruck gefertigt werden. „Je mehr Vorlaufzeit wir haben, desto authentischer können wir das darstellen.“ Als Schminktipp für Zuhause empfiehlt er einen groben Stoppelschwamm, mit diesem lässt sich leicht auch mit Wasserschminke eine schöne Schürfwunde auftupfen. Wer sich lieber ein unblutiges Souvenir mit nach Hause nehmen will, kann beim beliebten Kostümverkauf noch ein Schmuckstück ergattern.

Auch im Theaterfoyer herrscht jede Menge Trubel: Angeführt von der kleinen Hexe und dem Raben rennen die kleinen unter den Theaterbesuchern kreuz und quer bei der Hexenrallye durch das Theater – passend zum Familienstück „Die kleine Hexe“. Es gilt, spannende und zauberhafte Aufgaben zu lösen.

Wer dem Trubel entkommen will, steigt ein in den Theater-Shuttlebus. Dieser fährt die Besucher zu einem Besuch ins Theater 99, ins Theater K und ins Mörgens. Krönung des Tages ist die kostenlose Gala unter dem Motto „Alles außer Oper“. Diesmal stehen wieder die Schauspieler im Rampenlicht.

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