Aachen - Besuch aus Mittelamerika: Projektkurs des Inda-Gymnasiums

Besuch aus Mittelamerika: Projektkurs des Inda-Gymnasiums

Von: Angelina Boerger
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Ausgezeichnet: Der Schulleiter des Inda-Gymnasiums, Arthur Bierganz, und Oberstudienrätin Doris Nellessen-Wefers freuten sich mit Schülerinnen und Schülern über den Besuch von Gerardo de Leon aus Guatemala. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Ohne ihn können die meisten Menschen nicht einmal den Morgen überstehen. Die Rede ist von Kaffee, dem Genussmittel, das Lebensgeister mobilisieren kann. Neben Brasilien oder Vietnam kommt er auch aus Guatemala, einem der ärmsten Länder der Welt.

Ein Mann, der sich bestens mit mit der braunen Bohne auskennt, ist Gerardo de Leon. Dieser hat vor über 35 Jahren den Genossenschaftsverband „Fedecocagua“ gegründet, mit aktuell 23.000 Mitgliedern. Das Ziel ist, die Lebenssituationen der Produzenten durch fairen Handel nachhaltig zu verbessern. In Kooperation mit dem Weltladen Aachen ist de Leon nach Deutschland gereist, um unter anderem das Inda-Gymnasium zu besuchen.

Dieses hat zum wiederholten Male, neben dem Titel „Schule der Zukunft“ die Auszeichnung zur „Fairtrade-School“ bekommen und legt sich auch in der Praxis mächtig ins Zeug. Mit Projektkursen wie „Globale Gerechtigkeit“ und „Fairer Handel am Inda“ erhalten diese aktuellen Themen Einzug in den Schulunterricht.

Seit vier Jahren gibt es einen Fair-O-maten, ein Automat der ausschließlich fair erwirtschaftete Produkte anbietet. Außerdem ist der Freitag zum „fairen Freitag“ ernannt worden, an dem in den Schulpausen verschiedene Produkte angeboten werden. Yannik Wefers und Julius Maier, Sprecherteam des Unterstufen-Projektkurses, engagieren sich gerne.

„Es macht einfach Spaß, etwas Gutes zutun. In den Pausen haben wir manchmal so viele Käufer am Stand, dass wir gar nicht mehr hinterher kommen.“ Verkauft werden hauptsächlich Schokolade, Tee, Kaffee, Cola und Bananen, aber auch dekorative Artikel. Geschäftsführer des Weltladens Aachen, Fritz Bock erzählt: „Es ist nicht in Worte zu fassen, was es für Menschen wie Gerardo de Leon bedeutet, dass Länder wie Deutschland den fairen Handel unterstützen.“

De Leon erzählt, dass in Guatemala die ganze Familie der Kleinbauern Tag für Tag auf den Plantagen arbeiten und dabei gerade einmal zwischen 1800 und 3000 Euro im Jahr erwirtschaften. „Das ist ja genauso viel, wie nur unser Fair-O-mat in einem Jahr macht,“ wirft Oberstudienrätin und Leiterin des Schulprojekts, Doris Nellessen-Wefers, ein.

Für sie ist das Wichtigste, dass die Schüler Spaß am Engagement haben. „Aber sie sollen auch wissen, was dahinter steckt.“ Dafür lädt das Inda dann Menschen wie Gerardo de Leon ein, die aus erster Hand berichten. Das freut auch Schulleiter Arthur Bierganz. „Wir möchten den Kindern auf diesem Wege globales Denken und lokales Handeln näher bringen.“

Neben dem Handel beschäftigen sich die Schüler auch mit dem Thema Flucht. Erst im Sommer dieses Jahres wurden 300 Flüchtlinge in der Turnhalle des Gymnasiums untergebracht.

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