Aachen - Bestrahlung in Aachen hält sich in Grenzen

Bestrahlung in Aachen hält sich in Grenzen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Hier strahlt es noch am stärksten: Am Europaplatz haben die Messgeräte der Wissenschaftler einige höhere Werte aufgezeichnet. Doch auch die liegen deutlich unter dem Grenzwert. Insgesamt ist in Aachen aber alles im „grünen Bereich“. Foto: Manfred Kistermann
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Kein Grund zur Besorgnis: Der Ausschnitt der Karte von Matthias Hampe zeigt, dass die Strahlung in Aachen weithin gering ist. Selbst die wenigen „roten Bereiche“ stellen kein Problem dar. Erst im violetten Bereich würde es Richtung Grenzwert gehen. Quelle: www.feldkarte.de

Aachen. Der silbergraue Golf sieht aus wie eine Familienkutsche mit Gepäckbox. Doch was dieser VW transportiert, ist hochpräzise Technologie. Im Kofferraum befindet sich ein Messgerät für elektromagnetische Frequenzen – eines der modernsten Art. Die Dachbox schützt die dazugehörigen Antennen. Niemand wird den Golf besonders wahrgenommen haben, als zwei Studenten von Professor Matthias Hampe damit kreuz und quer durch Aachen gefahren sind.

Dabei wurde mittels dieser Tour im Dreiländereck nicht weniger als die Frage beantwortet: Wie „verstrahlt“ ist Aachen? Oder auch: Wo in der Stadt strahlt es wie stark?

Die Frage bewegt die Menschen immer mal wieder. Schließlich nutzt zwar (fast) jeder ein Handy, aber paradoxerweise möchte man dennoch nicht zu viel der von ihnen und von den überall verteilten Funkanlagen verbreiteten Strahlung abbekommen. Eine Karte der Bundesnetzagentur (abrufbar unter www.bundesnetzagentur.de) zeigt weit mehr als 100 feste Sendestandorte im Stadtgebiet. Für bisher rund 80 deutsche Städte lässt sich die Frage nach der Strahlungsintensität jetzt deutlich besser beantworten. Dank Professor Matthias Hampe, der an der „Ostfalia“, lehrt und forscht.

Sie ist eine Hochschule des Landes Niedersachsen. Hampes Fachbereiche sind Elektromagnetische Verträglichkeit, Hochfrequenztechnik, Funknetzwerke und Funksysteme. 2015 hat sich der Wissenschaftler mit besagtem Golf auf die Socken gemacht und ist durch Städte gekurvt, um Feldstärken zu messen. Zunächst spannte er auch Familienmitglieder für Touren ein. Mittlerweile sind es vor allem seine Studenten, die hier Wissenschaft in die Praxis umsetzen. Rund 40.000 Kilometer sind auf diese Art schon zusammengekommen.

Und warum diese Ochsentour? Ein Grund: Es gebe in den Städten Messstellen der Bundesnetzagentur. In Aachen sind es rund zwei Dutzend. Die lieferten sehr genaue und extrem gute Langzeitmesswerte. Aber eben nur punktuell. Hampe misst nur kurz, dafür aber in der Fläche. Auch diese Werte seien sehr genau. Ein weiterer Grund – und der macht den Forschergeist aus: „Ich wollte der Erste sein.“ Möglich wird das erst durch ein neuartiges Gerät, das für eine Messung nur rund eine Sekunde braucht. „Das dauerte früher Stunden“, so Hampe. Er fährt also, und das Gerät zeichnet auf. In einer Stadt wie Aachen kommen rund 40.000 Messwerte zusammen.

Jeden stellt der Wissenschaftler in einer Karte dar. Auf der kann man genau sehen, welche Straßen der Messwagen abgeklappert hat. Die Karte kann man zudem zoomen. Die Punkte haben alle eine bestimmte Farbe. Das Spektrum reicht von Blautönen über Grün, Gelb, Orange und Rot bis Violett. Blau bedeutet ganz geringe Feldstärken. Dann geht es aufsteigend bis zum violetten Bereich, der hohe Feldstärken bis an den von der Bundesnetzagentur festgelegten Grenzwert darstellt, der nicht überschritten werden darf. Ist die Zoomstufe niedrig, sehen die Punktreihen wie farbige Linien aus, zoomt man heran, kann man die Punkte einzeln ausmachen – und sogar sehen, wie stark es in bestimmten Bereichen einer einzelnen Straße strahlt.

In Aachen ist kein einziger Bereich violett eingefärbt. Hier und da gibt es kleinere rote Bereiche – wo die Werte allerdings immer noch deutlich unter der Grenze liegen. So etwa am Europaplatz. Vergleicht man diesen Bereich mit jener Karte der Bundesnetzagentur, auf der die Funkanlagen verzeichnet sind, so stellt man fest, dass im näheren Umfeld sechs Sender stehen. Kurze rote Strecken gibt es auch an der Trierer und der Roermonder Straße. Alles nicht weltbewegend: „In Aachen werden die Grenzwerte überall eingehalten“, bilanziert Matthias Hampe. Für 63 von 80 befahrenen Städten hat er auch Mittelwerte der Strahlung errechnet. Aachen liegt da auf Platz 33. Kein Grund zur Besorgnis also, dass man in Aachen zu stark „bestrahlt“ werden könnte.

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