„Best of Plastik”: Renaissance der handwerklichen Arbeit

Von: Jan Weck
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Spannende Einblicke: Bis Sonnt
Spannende Einblicke: Bis Sonntag läuft „best of Plastik” im Reiff-Gebäude. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das Studium der Architektur ist ein weites Feld, und Professor Michael Schulze weiß es anschaulich zu definieren. Die theoretische Planung, das akribische Entwerfen von Formen im Raum mit Hilfe des Computers sei eine Fähigkeit, die Studenten natürlich erlernen müssten, sagt er.

Ebenso wichtig sei es aber, dass der Bezug zur praktischen Arbeit nicht verloren ginge. Wer ein kompletter Architekt werden wolle, der müsse aber auch die unmittelbare Berührung mit Materialien wie Keramik, Stein, Metall und Kunststoffen erleben.

Exponate dieser Philosophie gibt es nun wieder in der Ausstellung „best of Plastik” zu sehen, die unter der Leitung von Schulze entstanden ist. Viele beeindruckende Arbeiten haben die Studenten im vergangenen Jahr angefertigt, die Auswahl sei deshalb nicht leicht gefallen, sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Plastisches Gestalten.

Schließlich hätten alle Werke gemeinsam, dass sie eine Verbindung schaffen würden zwischen kunstorientiertem Denken und ursprünglicher handwerklicher Arbeit. Im Gegensatz zur Konzeptkunst sei hier nicht schon die Idee das Werk, sondern der greifbare Gegenstand.

Da sind zum Beispiel die Keramiken, die Studenten unter Anleitung der koreanischen Künstlerin Hyesug Park hergestellt haben. Manche der Arbeiten erinnern an pflanzliche Gebilde, andere sind von verschlungener, fast amorpher Form und halten den Blick, ohne sich völlig zu offenbaren. Vielleicht ist es die Andeutung oder Abstraktion bekannter Formen, die sie fesselnd macht. Wandreliefs aus Keramik und Tassen aus Porzellan stammen ebenfalls aus Kursen, die Studenten bei Park belegen konnten.

Spannend ist auch der Entwurf einer Studentin für das Bühnenbild der Heidenheimer Opernfestspiele, wo dieses Jahr George Bizets Carmen aufgeführt wird. In den Ruinen des alten Rittersaals spielt sich unter freiem Himmel das Geschehen ab. Ein Aachener Bühnenbildner wird indes die Idee der Studentin dort Wirklichkeit werden lassen, wahrscheinlich nicht 1:1, aber zu großen Teilen.

Insgesamt bilden die Arbeiten der Studenten eine große Vielfalt, über die Schulze glücklich ist. Denn letztendlich gehe es bei diesen Projekten um nicht weniger als die Persönlichkeitsbildung.

Von den Studenten gäbe es regelmäßig gute Rückmeldungen, manche hätten schon von einer Renaissance des Handwerks im Studium der Architektur gesprochen. Die Ausstellung „best of Plastik” befindet sich im Foyer des Reiff Gebäudes (Fakultät für Architektur) in der Schinkelstraße. Sie dauert noch bis zum 22. April.
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