Besser nicht im Terroristenkostüm in die tollen Tage

Von: Oliver Schmetz
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Stellten das Sicherheitskonzept vor (v.l.): Frank Prömpeler,Günter Hintzen, Nicole Hess, Dirk Engels und Fadi Fattouh. oto: Harald Krömer

Aachen. Wohl selten haben so kurz vor den tollen Tagen so viele Aachener Karnevalisten das Wort Köln in den Mund genommen. Allerdings geht es darin weniger um die rheinische Karnevalskonkurrenz, sondern vielmehr um die erschütternden Vorfälle in der Kölner Silvesternacht – und damit um die Folgen auch für den Öcher Straßenkarneval.

„Das ist das beherrschende Thema und eine Herausforderung auch in Aachen“, sagt denn auch der Präsident des Festausschusses Aachener Karneval (AAK), Frank Prömpeler, um sofort hinzuzufügen: „Aber wir sind gut aufgestellt.“

Und das liegt nicht nur daran, dass Prömpeler grundsätzlich nicht von Randale ausgeht, „weil die Öcher ein friedliebendes Volk sind und die Sonne im Herzen haben“, wie er sagt. Nein, man setzt vor allem auf die Polizei, die für die Zeit von Fettdonnerstag bis Veilchendienstag ein massive Präsenz in der Innenstadt angekündigt hat. Und man baut natürlich auf das eigene Sicherheitskonzept, das sich im Übrigen bereits seit dem Jahr 2012 auch mit dem Thema Terror auseinandersetze, wie der Sicherheitsbeauftragte des AAK, Fadi Fattouh, bekräftigt. „Und für uns hat sich da trotz der jüngsten Ereignisse konzeptionell nichts geändert.“

Fattouh meint damit nicht die Übergriffe in Köln, sondern die Pariser Terroranschläge im vergangenen November, die seitdem einen Schatten auf jede Großveranstaltung und damit auch auf die Aachener Züge werfen. Schließlich wird der Rosenmontagszug 3500 Teilnehmer zählen, der Kinderzug knapp 3200. Und die Veranstalter rechnen damit, dass an beiden Tagen zusammen rund 300.000 Menschen die Zugwege säumen werden.

Bei diesen setzt man in der Kostümfrage darauf, dass die Grenzen des guten Geschmacks nicht überschritten werden. „Bewaffnete Gruppen“ sehe man generell nicht so gerne, auch wenn Cowboys und Indianer als „traditionelle Kostüme“ in Ordnung seien, sagt der AAK-Präsident. Aber beispielsweise im Terroristenkostüm in die tollen Tage zu starten, „das trifft den Zeitgeist sicher nicht so sehr“. Und auch religiöse Kostüme müssten nicht unbedingt sein. Eine Absage der Züge stehe im Übrigen „im Moment nicht zur Disposition“, so Prömpeler.

Natürlich sei die Sicherheit sehr wichtig, „aber wenn wir uns den Spaß nehmen lassen, sagen wir demnächst alles ab, dann gibt es auch kein Stadtfest und keinen Weihnachtsmarkt mehr“, fürchtet der AAK-Präsident und appelliert an die Öcher: „Jecke, kommt zum Zug!“

Dort werden dann am Rosenmontag nach derzeitigem Stand 752 Helfer und Ordner dafür sorgen, dass alles sicher und reibungslos abläuft – davon alleine 600 als sogenannte „Wagenengel“ auf den 100 Prachtwagen und 100 entlang des Zugweges. Beim Kinderzug, an dem rund 50 Wagen teilnehmen, werden rund 450 Kräfte im Einsatz sein – davon etwa 150 entlang der Strecke.

An beiden Tagen werden außerdem 100 Funkgeräte im Einsatz sein, zudem gibt es auf den Wagen Beschallungsanlagen, die auch für Warnhinweise benutzt werden können. Auch dieses Kommunikationskonzept untereinander sowie mit Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt habe sich bewährt, unterstreicht Sicherheitschef Fattouh. Und dann gibt es noch eine Neuerung, über die sich viele Besucher freuen werden. Denn der AAK stellt erstmals 24 Dixie-Klos entlang der Strecke auf.

Dass die beiden großen Aachener Züge ganz nebenbei auch zum ersten Mal in ihrer Geschichte durch eine Umweltzone rollen, haben die Organisatoren auch im Blick. „Wir haben alle Teilnehmer darüber informiert, dass ihre Fahrzeuge eine grüne Plakette haben müssen“, sagt Prömpeler. „Damit haben wir unsere Hinweispflicht erfüllt.“ Kontrollieren werde der AAK dies nicht. „Das ist Aufgabe des Ordnungsamts.“ Gut möglich jedoch, dass die dortigen Kollegen an den tollen Tagen in Aachen anderes zu tun haben.

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