Besondere Baustelle auf der Zielgeraden: Hospiz am Iterbach

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:
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Der Eindruck täuscht: Die Arbeiten im neuen Hospiz befinden sich auf der Zielgeraden. Foto: Michael Jaspers
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Bernhard Wehbrink, Geschäftsführer vom Home Care, dem künftigen Betreiber, ist optimistisch. Foto: Michael Jaspers
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Blick in das Foyer: Ein neues Spitzdach aus Glas schafft eine helle Atmosphäre – ein wesentliches Charaktermerkmal des neuen Hospizes. Links geht es zu den Verwaltungstrakten, rechts zu den eigentlichen Hospizzimmern.
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Kabelsalat – aber die Techniker haben alles im Griff: In diesem Raum laufen die Leitungen für die gesamte Elektrik des Hauses zusammen.
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Großzügige Sanitäranlagen: Die einzelnen Gästezimmer haben barrierefreie Badezimmer. Zudem gibt es entsprechende Räume für das Personal. Direkt daneben schließt sich die moderne Gemeinschaftsküche an.

Aachen. Bernhard Wehbrink steht auf der großen Baustelle am Iterbach und ist erstaunlich gelassen. Als einer der Hauptverantwortlichen für ein Millionenprojekt, das im Mai realisiert sein soll. Dann steht das neue Hospiz am Iterbach Menschen in der Städteregion offen, die selbst in der letzten Lebensphase sind oder die schwerkranke Menschen versorgt wissen wollen.

Bei allem Stress, den ein derartiges Bauprojekt auf der Schlussgeraden naturgemäß mit sich bringt, gibt es nur einen Umstand, der Wehbrink wirklich aus der Fassung bringt: „Wir werden permanent mit dem Vorurteil konfrontiert, dass das neue Hospiz nur gut betuchten Privatpersonen offensteht.“ Das ärgert den derzeitigen Geschäftsführer von Home Care, dem Betreiber des Hospizes.

Die Einschränkung des Nutzerkreises sei nie geäußert worden, nie irgendwo in gedruckter oder digitaler Form verbreitet worden. Und das ärgert ihn, der betont: „Das neue Hospiz steht selbstverständlich allen Menschen in der Städteregion offen! Für alle Gäste ist der Aufenthalt kostenfrei, denn 90 Prozent werden von den Kranken- und Pflegekassen bezahlt und zehn Prozent trägt das Hospiz mit der Unterstützung des Freundeskreis Hospiz am Iterbach.“

Ehemalige Geburtsklinik

Die Freude auf das neue Haus, das in der Hülle der ehemaligen Geburtsklinik umgesetzt wird, trübt dieser überflüssige Kampf gegen Fehlmeinungen aber nicht. Dafür läuft im Grunde alles zu glatt. Natürlich galt es, einige Hürden zu nehmen. Dabei konnte aber stets der geplante Kostenrahmen eingehalten werden. 6,5 Millionen Euro inklusive Kauf der Immobilie wird das Projekt am Ende kosten.

Beim Rundgang durch das neue Haus wird schnell klar, wo die Gelder hingeflossen sind. Das Haus steht wunderschön gelegen im Landschaftsschutzgebiet, die Außenmaße durften also nicht verändert werden. Trotzdem hat man das Gefühl, einen Neubau zu betreten. Der Eingangsbereich lässt dank eines neuen Glasdaches jede Menge Licht ins Innere – was gewissermaßen Programm ist. „Das neue Hospiz soll kein Ort der Trauer sein. Es geht darum, den letzten Lebensabschnitt menschenwürdig zu gestalten“, erklärt Wehbrink das Leitbild des neuen Hauses.

Das spiegeln auch die 14 modernen Einzelzimmer wider, die fast fertig sind. Die im Untergeschoss haben große Fenster und eine Terrasse, die im Obergeschoss eine voll verglaste Front, so dass die Gäste – so werden die Hospizbewohner ganz bewusst genannt – stets einen freien Blick in die Natur der beginnenden Voreifel haben. Zwei Zimmer haben nicht nur das obligatorische barrierefreie Bad, sondern auch einen zusätzlichen Raum für Familienangehörige.

Die Verantwortlichen sind zuversichtlich und auch ein bisschen stolz, dass sie den ambitionierten Zeitplan einhalten können. Auch wenn noch zahlreiche Kabel von den Decken hängen und viele Malerarbeiten zu erledigen sind, ist die Infrastruktur des Hauses nahezu komplett. Noch fehlen die letzten Badarmaturen, zum Beispiel im großen Pflegebad, das mit einer speziellen Hubwanne ausgestattet wird und aus dem die Gäste auch während der Pflege einen Blick in die Natur haben.

Neben den Gästezimmern wird das Hospiz in einem gesonderten Trakt drei bis vier Wohnung für den besonderen Bedarf anbieten. Hier können schwerkranke Menschen, die sich gut selbst versorgen können, das Versorgungsumfeld des Hospizes nutzen und so weitgehend ihre Eigenständigkeit behalten. Es ist auch vorstellbar, dass entfernt wohnende Angehörige der Gäste eine Wohnung nutzen.

Auch diese Einheiten werden nicht nach Geldbeutel, sondern nach Bedarf vergeben. „Bei sozialen Härtefällen werden die Wohnungen gegebenenfalls auch kostenfrei abgegeben“, skizziert Bernhard Wehbrink. Und damit unterstreicht er einen entscheidenden Wesenszug des neuen Hospizes am Iterbach: Das Haus versteht sich als ein Teil der Region, das allen betroffenen Menschen offen steht.

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