Aachen - Besetztes Telefon lässt um Arbeitsplätze fürchten

Besetztes Telefon lässt um Arbeitsplätze fürchten

Von: tka
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Aachen. Besetzt. Schon wieder. Das monotone Tütütüt löst bei Paul Windrath nur noch Fassungslosigkeit und vor allem Verärgerung hervor. Denn es ist die Nummer seiner Firma – er arbeitet bei Rolladen Kutsch – die seit Samstag allen Anrufern vortütet, der Anschluss sei besetzt. Es sei denn, der Anrufer verfügt über einen NetAachen-Anschluss.

Denn zu diesem Anbieter ist Rolladen Kutsch Anfang Januar von der Deutschen Telekom hingewechselt. Alles lief reibungslos, die unter den Kunden bekannte Telefonnummer 5687680, konnte Rolladen Kutsch behalten. „Alles hat wunderbar geklappt“, sagt Windrath. Und dann – am Montag – war plötzlich alles anders. Es kamen keine Gespräche mehr bei der Firma an. „Wir sind wie von der Welt abgeschnitten“, schimpft Windrath. Das Unternehmen habe rund 20 Arbeitsplätze – und nun nichts mehr zu tun, weil die Kunden es eben nicht mehr erreichen könne.

Seit Montag gibt es ein Hin und Her zwischen der Aachener Firma, den beiden Telefonnetzanbietern und mittlerweile auch der Bundesnetzagentur. „Wir haben dort eine Beschwerde eingelegt“, erklärt Windrath. Auch ein Rechtsanwalt ist eingeschaltet.

Bei NetAachen bedauert Pressesprecher Thomas Schwabe die Probleme des Kunden. NetAachen habe – wie bei einem solchen Anbieterwechsel üblich – einen sogenannten Portierungsantrag bei der Telekom gestellt. Diesem Antrag sei dann auch entsprechend zugestimmt worden und der Kunde habe ja auch bis Montag seine alte Nummer ganz normal weiternutzen können. Für Schwabe gibt es nur eine Erklärung, warum Rolladen Kutsch seitdem nur noch von anderen NetAachen-Kunden angerufen werden könne: Die Telefonnummer muss aus einer zentralen Datenbank der Telekom entfernt worden sein, in der alle Nummern aller Anbieter aufgeführt werden. Und nur Nummern, die dort stehen, können von allen deutschen Telefonnummern erreicht werden – ansonsten ertönt das Besetztzeichen. „Wir alleine können da nichts machen“, sagt Schwabe.

Warum die Nummer aus dieser Datenbank verschwunden ist, oder ob es ein anderes Problem gibt, mochte die Deutsche Telekom bislang nicht erklären. Eine entsprechende Anfrage blieb unbeantwortet. Bei Rolladen Kutsch wird der Ärger mit jedem Tag größer. Und damit die Angst vor den wirtschaftlichen Konsequenzen. Zwar gibt es eine neue Telefonnummer – 521041 –, doch sei diese, so Windrath, natürlich längst nicht bei allen Kunden angekommen. So bleiben Aufträge aus. „Es geht hier mittlerweile um Arbeitsplätze“, sagt er.

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