Berufsverkehr ein Problem: Aseag fordert mehr Busspuren

Von: Marie Ludwig
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Engpass: Gerade zu Zeiten des Berufsverkehrs hat die Aseag Probleme, den Fahrplan einzuhalten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es sind Hauptfaktoren, die den öffentlichen Personennahverkehr auszeichnen – oder eben auch nicht: die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, mit denen die Busse auf ihren Linien unterwegs sind. „Wir kämpfen stetig darum, den Fahrplan stabil zu halten“, sagte Kathrin Driessen, Verkehrsplanerin der Aseag nun vor dem Mobilitätsausschuss.

Im vergangenen Jahr hatte die Politik die Aseag dazu aufgefordert, ein Statement zum „Pünktlichkeitsproblem“ der Buslinien abzugeben. Nun – ein halbes Jahr später – hatte Driessen eine Auswertung der Abfahrtszeiten mitgebracht.

Sechs Haltestellen beobachtet

Sechs Haltestellen – Misereor, Gartenstraße, Blücherplatz, Ponttor, Scheibenstraße und Normaluhr – hat die Aseag über mehrere Monate hinweg beobachtet. In der Auswertung wurden alle Abfahrtszeiten der Busse, die pünktlich waren oder im Rahmen von einer Minute zu früh bis zu sechs Minuten zu spät ankamen, berücksichtigt. Das Ergebnis: In rund 85 Prozent aller Fälle waren die Busse pünktlich. Zu spät steuerten knapp zehn Prozent der Fahrten die Haltestellen an. Allerdings gibt es auch die andere Seite: Fünf Prozent der Busse waren gewissermaßen zu flott unterwegs und fuhren bereits vor der angegebenen Zeit an der Haltestelle ab.

Das könne nicht sein, kritisierte Wilfried Fischer von den Grünen: „Wir wollen alle nicht, dass es so bleibt.“ Er sieht neben dem Pünktlichkeitsproblem der Busse auch noch ein weiteres: die Platzfrage. Es könne nicht sein, dass viele Fahrgäste nicht den Bus nehmen könnten, den sie eingeplant haben, da es zu Stoßzeiten immer wieder zu Engpässen käme.

Die Aseag nennt als ein großes Problem die Infrastruktur der Stadt. So seien wegen der Ampelschaltungen die Busse vor allem im Berufsverkehr zwischen 7 und 9 Uhr oft zu spät. Driessen wünscht sich von der Stadt daher mehr Bevorrechtigung für den ÖPNV an Knotenpunkten. Als Beispiel nannte sie die Kreuzung Adalbertsteinweg/Heinrichsallee. Der Bereich Kaiserplatz steht spätestens seit der Fertigstellung der Stiftsumfahrt und der Eröffnung des Aquis Plaza im Fokus der Betrachtung. Bis zu 50 Busse sollen den Knotenpunkt künftig passieren – pro Stunde! Schon jetzt kommt es regelmäßig zu regelrechten „Busstaus“.

Vorfahrt für die rotte Flotte

Vorfahrt für die rotte Flotte wünscht sich daher die Aseag. Mehr eigene Busspuren würden dazu beitragen, konstante Fahrzeiten zu gewährleisten. „Dazu müssten auch die vorhandenen Busspuren erst einmal freigehalten werden“, bemängelte Gaby Breuer (CDU) das oft rücksichtslose Verhalten von Autofahrern und Paketzulieferern, die die separaten Spuren für den ÖPNV immer wieder widerrechtlich zuparken. Kritisch beurteilt Breuer die von der Aseag gewünschten Veränderung der Ampelschaltung: „Man kann nicht erwarten, dass man mit der Verlängerung von Ampelschaltungen für Busse alle Probleme löst.“

Dass gerade der Berufsverkehr jedoch eine Belastung für das Bestreben der Aseag darstelle, den Fahrplan einzuhalten, unterlegen laut Driessen die Zahlen: „Samstags und sonntags, wenn also kein Berufsverkehr unterwegs ist, sind die Busse besonders gut in der Zeit.“

Ein weiterer Grund für Verspätungen: Baustellen im Stadtgebiet führten vor allem im November dazu, dass die Pünktlichkeit auf einigen Linien zum Teil enorm gelitten habe. Ein Umstand, betonte Driessen, an dem die Aseag keine Schuld trage. Für die Busse hingegen, die bereits vor der angegebenen Zeit an Haltestellen abfahren, nimmt das Unternehmen die Verantwortung auf sich und verspricht Besserung. Konkrete Überlegungen gibt es bereits. „Wir werden die Busfahrpläne der Nachtbusse und der Linie 3b überarbeiten“, kündigte Kathrin Driessen an.

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