Berufsfindung: Workshop für junge Flüchtlinge

Von: Kathrin Albrecht
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Spielerisch den eigenen Berufsweg finden: Lehrerin Monika Pelzer und Karriereberaterin Lucy Merzenich-Lang boten in der reformpädagogischen Schule am Dreiländereck einen Workshop für junge Flüchtlinge an. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Was mache ich nach der Schule? Diese Frage stellen sich einige hundert Aachener Schüler, die in diesem Sommer ihren Abschluss machen werden. Unter ihnen sind auch junge Flüchtlinge, die in Aachen internationale Schulklassen besuchen.

 Auch für sie ist der Schritt in eine Ausbildung oder ein Studium wichtig, sie möchten sich hier langfristig eine Zukunft aufbauen. Die Aachener Karriereberaterin Lucy Merzenich-Lang möchte diesen Schritt für die jungen Menschen erleichtern und hat 14 junge Flüchtlinge zu einem Berufsfindungsworkshop eingeladen. Der Film „Um zu leben“ hat die 31-Jährige auf die Idee gebracht.

In ihm zeigen die Aachener Filmemacher Miriam Pucitta und Michael Chauvistré die Erfahrungen junger unbegleiteter Flüchtlinge in Aachen und thematisieren den schwierigen Prozess der Integration. An der Entstehung des Films wirkten auch Schüler der reformpädagogischen Sekundarschule am Dreiländereck (ehemals Gemeinschaftshauptschule Kronenberg) mit. Mit der dortigen Lehrerin Monika Pelzer entwickelte Merzenich-Lang den Workshop.

Zwischen 16 und 19 Jahre sind die Jugendlichen alt. Sie kommen aus Eritrea, Syrien und dem Irak. Manche sind erst seit 15 Monaten in Aachen. „Im ersten Teil haben sich die Jugendlichen spielerisch mit ihren Talenten und Fähigkeiten beschäftigt“, erzählt Lucy Merzenich-Lang. In einem zweiten Teil ging es um konkrete Berufswünsche, auch hier wählten die Kursleiterinnen einen spielerischen Zugang: „Wir haben sie aus der Zukunft heraus auf ihr Leben zurückblicken lassen“, berichtet Merzenich-Lang weiter. Viel Lob haben die beiden für die Schüler: „Sie sind hochmotiviert und zielstrebig.“

Einzelgespräche halfen, die Vorstellungen der jungen Menschen mit Berufsbildern zu verbinden. Die Voraussetzungen sind ganz unterschiedlich: „Einige haben schon ein Praktikum gemacht, andere suchen einen Praktikums-platz. Es wäre schön, wenn sich Aachener Unternehmen finden, die einen Praktikumsplatz anbieten“, sagt Merzenich-Lang.

Intensive Gedanken über seine berufliche Zukunft hat sich auch der 18-jährige Brooke Girmay bereits gemacht. „Ich habe im Internet recherchiert und mit Bekannten gesprochen. Ich habe gerne mit Menschen zu tun“, erzählt er. „Im Workshop hat sich bestätigt, dass genau das auch meine Stärke ist. Ich kann mir vorstellen, als Sozialarbeiter zu arbeiten oder auch im Hotel“.

Mooaz Abdin ist ebenfalls 18 Jahre alt und macht im Sommer seinen Abschluss. „Der Workshop war eine gute Erfahrung und eine Hilfe, herauszufinden, was ich tun möchte“, sagt er. Lucy Merzenich-Lang möchte die Jugendlichen weiter begleiten. Das ehrenamtliche Engagement nehmen die Jugendlichen dankbar an: „Das ist ein Megaprojekt“, findet Brooke Girmay.

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