Aachen - Bernd Büttgens erhält den Thouet-Mundartpreis

Bernd Büttgens erhält den Thouet-Mundartpreis

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Antrag vor vielen Uberraschungsgästen im Krönungssaal: Der stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung, Bernd Büttgens, wurde am Donnerstagabend von Hans Josef Thouet mit seiner Rolle als Messdiener konfrontiert, die er bei einer früheren Preisverleihung spielte. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Im Weißen Saal des Rathauses drängten sich die Gralshüter des Öcher Platts: Träger des Thouet-Mundartpreises der Stadt Aachen, Drei-Königsketten-Träger und Mitglieder des Kuratoriums. Der bis dahin streng geheim gehaltene Name des 26. Preisträgers sollte bekanntgegeben werden.

Die Wahl war auf einen Vertreter der Medien gefallen, die der Vorsitzende des Kuratoriums, Hans Josef Thouet, als „das Bindeglied zwischen den Experten des Öcher Platt und dem Publikum” bezeichnete.

Dann erst folgte unter dem Beifall der Anwesenden der Name: Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung. „Journalisten kommentieren, erklären, erläutern und bringen den Menschen os Modderesproech näher”, sagte der Laudator.

Und der Neue beherrsche diese Aufgabe in Perfektion: Exzellent und ausdrucksstark in der Sprache, habe er ebenso ein Herz für das Öcher Platt - und sei bestechend im Umgang mit den Menschen. Sein Lebensmittelpunkt sei die Familie, und deshalb müsse er wohl ein glücklicher Mensch sein.

Geschickt verstand es Thouet, die Bekanntgabe des Namens immer wieder hinauszuzögern, verglich die Prozedur der Wahl eines Mundart-Preisträgers mit der eines Nobelpreisträgers: Er werde vom Gremium bestimmt und telefonisch informiert, falle meistens vom Hocker, und die Feierlichkeiten fänden dann letztlich in einem Schloss statt.

„Genau wie bei uns. Nur dass unsere Preisträger nicht vom Hocker fallen, sondern meistens baff sind - und die Auszeichnung im ehrwürdigsten Haus unserer Stadt erfolgt”, so Thouet.

Allerdings war der neue Preisträger auch nicht per Telefon informiert worden. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt noch als Moderator einer Podiumsdiskussion bei der „Nacht der Unternehmen” im Technologiezentrum.

Da tauchte plötzlich Uwe Brandt neben ihm auf. „Bist du mein Freund? Ich brauche dich dringend”, drängte er und hatte den richtigen Nerv getroffen. In rasender Fahrt wurde der Ahnungslose ins Rathaus gebracht.

Bernd Büttgens, sonst wortgewandt, suchte immer wieder nach Worten, schob häufig, mimisch gekonnt, ein verlegenes „Mhm” ein. „Ich bin gerührt und baschtig glücklich”, brachte er dann hervor.

Im vergangenen Jahr erst habe er das Toupet der Figaros erhalten. „Fein Jong, dass du den Thouet-Preis kriegst”, habe seine Mutter sich damals gefreut. Nun werde sie bestimmt sagen: „Aber Jong, den Preis hast du doch schon.”

Einen besonderen Dank richtete Thouet an den ebenfalls anwesenden Alt-Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden, der noch vor dem Ende seiner Amtszeit den Vertrag über den Thouet-Mundartpreis der Stadt Aachen um zehn Jahre verlängert hatte.

OB Marcel Philipp aber bewies sich ebenfalls als kundig im Öcher Platt und bezeichnete es als ein „Herzensanliegen”, os Modderesproech weiter zu fördern.
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