Aachen - Beratungsprojekt hilft Menschen mit einem Handicap

Beratungsprojekt hilft Menschen mit einem Handicap

Von: Svenja Pesch
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Stellten das Beratungsprojekt „Unsere Erfahrungen für Deine Zukunft“ vor: die Verantwortlichen des Projektes. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Warum helfen sich Menschen mit Behinderung gegenseitig? Weil sie es können. Oft besser als Menschen ohne Behinderung. „Wir wissen ganz genau, welche Sorgen und Nöte sie haben, da wir viel davon auch selbst erlebt haben“, erzählt Ulrich Krebs.

Gemeinsam mit sieben anderen „Experten in eigener Sache“ wollen sie in dem seit März 2015 laufenden Beratungsprojekt „Unsere Erfahrungen für Deine Zukunft“ Menschen mit Handicap unterstützen, damit sie ihren eigenen Weg finden. Das Gemeinschaftsprojekt des Vereins für Körper- und Mehrfachbehinderte Aachen (VKM), KoKoBe, Leben und Wohnen – ambulante Dienste für ein selbstbestimmtes Leben in Aachen sowie der Selbstvertreter der Städteregion, will unter anderem zeigen, dass eine eigenständige Lebensgestaltung auch mit Handicap möglich ist.

Paul Trenner erklärt: „Wir geben den Betroffenen Hilfestellungen in vielen Lebensbereichen. Wenn sie beispielsweise in eine eigene Wohnung ziehen möchten, dann ist das oft nicht ganz einfach. Mal wissen sie einfach nicht, wie sie ihr Leben alleine strukturieren sollen, mal steht das Elternhaus dem Umzug des Kindes skeptisch gegenüber.“

Damit das Team bestens auf die Anliegen der Hilfesuchenden vorbereitet ist, haben die Mitglieder extra eine spezielle Beratungsausbildung gemacht, die sich „Peer Consulting“ nennt. Peer bezeichnet Menschen mit sehr ähnlichen Eigenschaften, wie zum Beispiel einem Handicap. Consulting bedeutet so viel wie beraten. Bislang wird das Projekt, welches durch den Landschaftsverband Rheinlang gefördert ist, leider noch nicht so gut angenommen, wie es die Beteiligten erhofft haben, erzählt Projektkoordinatorin Sonja Mauritz: „Das Ganze ist bisher einmalig in Aachen und wir wünschen uns, dass noch mehr Menschen die Beratungsmöglichkeit wahrnehmen. Denn wir merken ganz stark, dass die Experten an ihren Aufgaben gewachsen sind und neues Selbstbewusstsein bekommen haben, was uns natürlich sehr freut.“

Auch in Förderschulen informiert ein Team aus zwei Beratern die Schülerinnen und Schüler und gibt nützliche Tipps. „Die Anliegen der Menschen sind ganz individuell. Die einen wissen nicht genau, wie sie ein selbstständiges Leben im Detail finanzieren sollen, die anderen müssen zuerst einmal wissen, wo es barrierefreie Wohnmöglichkeiten gibt und dann gibt es Besucher, die eine Beratung wünschen zum Thema Liebe und Partnerschaft“, ergänzt Angela Bätz.

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