Beratungsangebot von „donum vitae” geht auf Jugendliche zu

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. Nicht alle Themen können Jugendliche mal eben mit den Eltern besprechen. Wie funktioniert das mit dem Sex? Wann ist das richtige Alter? Wie verhüte ich richtig und wie kann ich meine Gefühle einordnen? „donum vitae” sagt: „Wir reden über Sex!”

Das Präventionsangebot der Schwangerschaftsberatungsstelle richtet sich an Schulklassen und Jugendgruppen ab der 4. Klasse. „Wir wollen die Jugendlichen dazu bringen, einen eigenverantwortlichen Umgang mit Sexualität zu entwickeln”, sagt Heidi Dirks, Beraterin bei „donum vitae”.

Gemeinsam mit ihren drei Kolleginnen und den beiden Studenten der Sozialen Arbeit, René Fischer und Lars Lummerich, geht sie auf Anfrage in Schulen und Jugendeinrichtungen, um dafür den Boden zu bereiten.

Welche Themen besprochen werden, geben die Jugendlichen vor: „Im Vorfeld geben die Schüler und Schülerinnen anonym Fragen ab, die auch die Lehrer nicht zu Gesicht bekommen”, erklärt Dirks die Vorbereitung für den Besuch von „donum vitae”.

„Beim Treffen teilen wir die Gruppe nach Geschlechtern auf, denn Jungs haben andere Fragen als Mädchen und müssen auch andere Dinge wissen.” Außerdem spricht es sich in einer gleichgeschlechtlichen Gruppe doch leichter. Die männlichen Berater gehen zu den Jungs, die weiblichen zu den Mädchen. Die Lehrer bleiben außen vor.

Immer behandelt wird das Thema Verhütung. Bereits mit Viertklässlern wird mal ein Kondom ausgepackt, „einfach um es in Zeiten sexuell übertragbarer Krankheiten wie Aids für die Kinder normal werden zu lassen”, meint Dirks. „Alles, was mit Sexualität zu tun hat, muss auf Freiwilligkeit basieren. Also auch bei uns”, erklärt die Sozialpädagogin. „Wir bestärken die Jugendlichen, auf ihre Gefühle zu hören, egal ob sie etwas tun oder lassen wollen.”

Die Berater von „donum vitae” treffen bei ihren Schulbesuchen oft auf eine Menge Halbwissen und unrealistische Bilder, die Jugendliche in aller Regel aus den Medien, nicht selten auch aus pornografischen Filmen und Fotos beziehen. „Gleichzeitig haben sie hohe Werte an Beziehungen und Freundschaften. Nicht zu unterschätzen ist auch der Druck mit dem „ersten Mal”, den sich die Gleichaltrigen oft untereinander machen.

„Wenn die Jungen und Mädchen feststellen, dass es kein festgelegtes Alter gibt, sondern allein die Gefühlslage und Bereitschaft entscheidend ist, fällt schon viel Druck von ihnen ab”, hat Dirks festgestellt. Im besten Falle sind die Jugendlichen informierter und zugleich selbstbewusster nach den Stunden mit „donum vitae”.
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