Benefizkonzert: Mit Bach und Händel für den „Feuervogel“

Von: Gerhard W. Kluth
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Aachen. Eine Sucht ist eine Krankheit, die das ganze Leben auf den Kopf stellen kann. Betroffen sind nicht nur die Erkrankten selber, sondern auch deren Familien und das Umfeld. Die Organisation Feuervogel Aachen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern suchtkranker Eltern zu helfen. Schon für Erwachsene ist es schwer, mit der Situation umzugehen, wenn ein Familienmitglied oder ein Freund an einer Sucht erkrankt ist.

Ungleich schwerer aber ist es für ein Kind, wenn ein oder gar beide Elternteile von Drogen oder Alkohol nicht mehr loskommen. Der Feuervogel bietet solchen Kindern professionelle Hilfe an. Derzeit sind es 15 Kinder und Jugendliche, denen die Organisation, die zur Suchthilfe Aachen gehört, zur Seite steht.

Im Gespräch mit der AZ erläuterte Geschäftsführer Karl-Heinz Wilms, dass diese Arbeit auf Spenden angewiesen ist. Von dem, was aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung gestellt wird, könne der Feuervogel seine Arbeit nicht leisten.

Schon einmal stand das Projekt, das allgemein Anerkennung erfährt und für seine Arbeit schon mehrfach ausgezeichnet wurde, kurz vor dem Aus (die AZ berichtete). „Die Spenden“, so Wilms, „sind es, die uns am Leben halten.

Opulentes Programm

Das die Arbeit von der Bevölkerung geschätzt wird, konnte man jetzt in der Aachener Citykirche sehen. Sechs Musiker hatten zu einem barocken Benefizkonzert eingeladen und eine im Hauptschiff nahezu voll besetzte Kirche bildete die Kulisse hierzu.

An der Spitze der Akteure standen die Sopranistin Maria Regina Heyne und die Altistin Marion Eckstein. Sie hatten ein wahrhaft opulentes Programm aus Arien von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann zusammen gestellt.

Unterstützt wurden sie durch die Querflötistin Claudia Buchholz, die Oboistin Judith Schaible sowie durch Cosima Streich (Violoncello) und René Rolle am Cembalo.

Verdienter Applaus

Mit weit mehr als 200 Kantaten hat Bach gerade für ein solches Konzert Musikern einen breiten Fundus hinterlassen. Entsprechend erklangen Arien aus insgesamt acht verschiedenen Kompositionen des Thomaskantors, die jede für sich immer wieder mit herzlichem und verdientem Applaus bedacht wurden.

Ebensolche Zustimmung erfuhren die Instrumentalisten, als sie als Zwischenspiel die Triosonate A-Dur für Flöte, Oboe d’amore und Basso continuo von Antonio Lotti interpretierten und Streich für die Darstellung der Sarabande aus Bachs Suite Nr. 1 für Violoncello solo, BWV 1007.

Leicht war die Aufgabe, die sich die Musiker gestellt hatten, nicht, denn die Akustik der Citykirche ist gerade für Barockmusik ein sehr schwieriger Raum. Wenn es trotzdem gelang, das Publikum zu begeistern, sprach das deutlich für die Professionalität der Ausführenden.

Große Anerkennung verdiente Schaible, die nicht nur mit ihrer Oboe agierte, sondern mit Englischhorn und der Oboe d’amore die Kompositionen immer wieder mit besonderen Klangfarben versah. Am Ende war es stehender Applaus, mit dem sich die Zuhörer bedankten.

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