Benefizkonzert fasziniert rund 400 Besucher

Von: Katharina Redanz.
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Musikalisch und menschlich bewegend: Beim Auftritt des „Sinfonietta Regio“-Orchesters spielte der 21-jährige Sasan Fanoos aus Afghanistan zwei Stücke auf der Gitarre. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „So bunt wie möglich sollte das Konzert werden“, sagt Dirigent Jeremy Hulin, „wir haben bewusst Stücke aus verschiedensten Teilen der Erde, unterschiedlichen Zeitepochen und unterschiedlichen Genres gewählt.“

Schließlich sei das Konzert auch zu Gunsten von Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt, erklärt er: Am Sonntag hat das „Sinfonietta Regio“-Orchester unter der Leitung von Jeremy Hulin ein Benefizkonzert zu Gunsten von Flüchtlingen sowie den Bewohnern des Ostviertels gegeben, in Kooperation mit der Bürgerstiftung „Lebensraum Aachen“.

Rund 400 Zuhörer in der gut gefüllten Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums hörten verschiedenste Stücke – von einem Walzer von Johann Strauß über einen finnischen Volkstanz bis hin zur Ouvertüre von „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini. Ein besonderer Programmpunkt war der Auftritt von Sasan Fanoos, einem 21-jährigen Flüchtling aus Afghanistan.

In Afghanistan studiert

Seit zwei Monaten lebt er in Aachen. Er habe in Afghanistan Musik studiert, erzählte er, und es sei das Größte für ihn, hier in Deutschland mit der Musik weitermachen zu können – noch dazu vor so einem großen Publikum. Mit zwei Liedern auf der Gitarre, unter anderem einem afghanischem Liebeslied, begeisterte er das Publikum. „Wir hatten den Wunsch, die Flüchtlinge irgendwie zu integrieren“, erklärte Dirigent Hulin, schließlich sei das Konzert ja auch ihnen gewidmet. Dass es jetzt so gut geklappt hat, dass ein Flüchtling sogar mit einem Instrument auf der Bühne steht, sei unglaublich. Der gleichen Meinung war auch das Publikum – allerdings wurde nicht nur Sasans Auftritt, sondern das gesamte Programm bejubelt. Nicht zuletzt der Gesang der Sopranistin Larisa Vasyukhina, die auch am Stadttheater singt, erntete mehrfach tosenden Applaus. Am Ende gab es für die rund 50 Musiker des Orchesters Standing Ovations.

„Wir sind überglücklich darüber, dass das Konzert und unsere Idee so gut angekommen sind“, so Hulin, „die gute Stimmung ist hier auch ein Ausdruck von Solidarität und man hat gemerkt, dass sowohl die Musiker als auch die Leute im Publikum Flüchtlinge und andere Benachteiligte unterstützen möchten.“ Das lässt sich neben dem Applaus auch an den zusammengekommenen Spenden erkennen: Rund 2300 Euro kamen für verschiedene Projekte zusammen.

„Das Orchester ist auf uns zugekommen mit der Idee, ein Konzert zu Gunsten von Flüchtlingen zu geben“, erzählt Norbert Greuel von der Bürgerstiftung das Zustandekommen des Konzerts, „natürlich waren wir direkt begeistert und bereit, das Projekt zu unterstützen.“ Allerdings wurde die Idee noch ein kleines bisschen abgewandelt, sodass das durch Spenden eingenommene Geld nicht ausschließlich in Flüchtlingshilfe fließt, sondern ebenso in zwei verschiedene Projekte, die Menschen im Aachener Osten unterstützen. „Es ging uns darum, auch andere Benachteiligte Gruppen nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern gerade auch in den Blick zu nehmen“, erklärt Hans-Joachim Geupel, Vorstandsvorsitzender der Aachener Bürgerstiftung.

So wird das Geld nun zur Hälfte für die Flüchtlingsarbeit der Stiftung verwendet, etwa für Sprachkurse und Integrationskursen für Frauen. Die andere Hälfte der Spenden fließt zum einen an die „Stiftung Jürgen Kutsch“, die sich kultur- und generationenübergreifend für die Belange der Menschen in Aachen-Ost einsetzt sowie ebenso an „hevi“, eine studentische Initiative die beispielsweise kostenlose Nachhilfe für Benachteiligte Kinder und Jugendliche bietet.

„Insgesamt sind wir absolut überwältigt“, so Norbert Greuel von der Stiftung Lebensraum Aachen, „von dem, was die Musiker hier auf die Bühne gebracht haben und davon wie die Leute mitgegangen sind.“ Insgesamt war das Konzert ein voller Erfolg und „richtig schön bunt.“

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