Aachen - „Bella Italia“: Theater-Dinner lädt zur kulinarischen und kulturellen Reise

„Bella Italia“: Theater-Dinner lädt zur kulinarischen und kulturellen Reise

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
6559746.jpg
Liebe geht durch den Magen: In der „Brasserie Aix“ präsentierte das Das Da Theater mit Peter Papperts Stück „Bella Italia“ ein etwas anderes Dinner. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Arbeiten wollen die schon mal gar nicht. Und unpünktlich sind die. Furchtbar. Ganz zu schweigen von der Politik, die in Italien betrieben wird. Silvio Berlusconi versus Angela Merkel. Da trifft italienisches Chaos auf deutsche Genauigkeit.

Oder allgemeiner formuliert: Italien trifft auf Deutschland – Passione, Pasta und Patria treffen auf hüftschwungfreies Tanzen und logische Spießigkeit. Dass die Vorurteile bezüglich des jeweils anderen Landes bei weitem nicht von gestern sind, zeigt das Das Da Theater mit dem neuen Theaterdinner „Bella Italia“ von Peter Pappert.

Untermalt durch ein kulinarisches Fünf-Gänge-Menü in der „Brasserie Aix“ begibt sich der Zuschauer sowohl was die Gaumenfreuden, als auch die Theaterlust angeht, auf eine Reise an die italienische Riviera. Im Restaurant „Trattorio“ versucht die temperamentvolle Italienerin Elena (Rebecca Selle) mit Hilfe ihres Bruders Antonio (Philip Butz) den Deutschen Stefan (Christoph Kubica) dazu zu bringen, ihr endlich seine Liebe zu gestehen.

Ohne Umwege, stattdessen mit ganz viel Improvisation. Wobei das für den Maschinenbaustudenten, der lieber Motoren analysiert, ein echtes Problem ist. Schließlich inszenieren die Deutschen das Leben (meist) nicht so, als ob es ein Theaterstück wäre, mal dramatisch, mal komödiantisch. Überhaupt sind die Italiener einfach zu laut und zu unzuverlässlich . . .

Alleine wie die fahren. Verkehrsschilder dienen da höchstens als Orientierungshilfe und gut gemeinter Ratschlag. Und das Wetter – gut, das ist ganz schön, obwohl auch wir Deutschen „la dolce vita“ leben. Am Rhein in Köln oder auch an Berliner Flüssen. Einfach etwas Sand ans Ufer gebracht, und die Strandbar mit Italien-Feeling ist geboren. Für Stefan ein Traum, für Elena pure deutsche Genauigkeit und Strenge.

Tom Hirtz‘ Inszenierung greift die Klischees auf witzige und charmante Weise auf und betrachtet beide Typen mit einer großen Portion Ironie. Und von Selbstironie haben die Italiener ganz viel Ahnung, denn wohl kein anderes Volk hat zu viel Nachsicht mit sich selbst, wie die Freunde der leichten Küche. Schon wieder ein Vorurteil angesprochen.

Dennoch: Am Ende siegt die Liebe über alle Grenzen hinweg. Und wenn beide wollen, dann können der holprige und stets logisch berechnende Deutsche und die temperamentvolle und leidenschaftliche Italienerin ein perfektes Gespann werden. Kulinarisch und kulturell.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert