Beim „Theater Talk” stimmt die Harmonie

Von: Regine Beyss
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Harmonischer Plausch auf der Bühne: Beim „Theater Talk” im Grenzlandtheater empfingen Uwe Brandt (hinten links) und Bernd Büttgens den Generalmusikdirektor Marcus Bosch, die Museumschefin Dr. Brigitte Franzen und den ehemaligen Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eigentlich darf er keine Angst haben. Als Dirigent und Generalmusikdirektor der Stadt Aachen ist Marcus Bosch es gewohnt, die Blicke des Publikums in seinem Rücken zu wissen. Doch beim „Theater Talk” im Grenzlandtheater konnten ihm die Zuschauer direkt in die Augen schauen. Und wenn jemand weiß, dass Augenkontakt eine wichtige Rolle für die Harmonie spielt, dann ist er es.

Doch beim inzwischen fünften „Theater Talk” stimmte die Harmonie. Farblich, musikalisch und auch zwischenmenschlich gelang den beiden Moderatoren Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters, und Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur der Aachener Zeitung, eine unterhaltsame und interessante Talkrunde. Neben Marcus Bosch erlaubten Dr. Brigitte Franzen, Direktorin des Ludwig-Forums, und Dr. Jürgen Linden, Aachens ehemaliger Oberbürgermeister, einen Einblick in ihr privates wie berufliches Leben.

Mit 14 den Kirchenchor geleitet

„Ich habe mit 14 Jahren den ersten Kirchenchor geleitet”, erzählte Marcus Bosch. „Mit der Zeit erlernt man die Rolle des Mittlers.” In Aachen schaffte er es in dieser Rolle, die Zuschauerzahlen zu vervierfachen. Dahinter stecke ein innerer Marketingplan. „Nämlich die Überzeugung, dass das, was wir tun, für viele Menschen wichtig sein kann und das Potenzial da ist.” Wenn Bosch Aachen 2012 verlässt, hat er zehn Jahre die musikalische Landschaft der Stadt geprägt.

Doch für Bosch ist es an der Zeit, nochmal einen Sprung zu wagen. Auch wenn er damit ein Orchester verlasse, das in seiner stilistischen Vielseitigkeit in Deutschland seinesgleichen suche. Gleiches galt auch für seinen Spontanauftritt am Klavier. Gemeinsam mit der Band „Die Drei” spielte Bosch den Klassiker „Ich war noch niemals in New York” - mit gesanglicher Unterstützung des ganzen Saals.

Während Bosch für die richtige Note sorgte, setzte der ehemalige Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt, Jürgen Linden, auf den richtigen Farbton. Mit grüner Krawatte passte er perfekt zum frühlingshaften Bühnenbild und fühlte sich sogleich an Omas Kleingarten erinnert. Wie passend, ist er doch inzwischen selbst überzeugter Großvater - der offensichtlich aber immer noch gute Reden halten kann. „Ich schlafe besser, habe weniger Stress und mehr Zeit für meine Familie”, erzählte Linden. Trotzdem setzt er sich weiter für seine Herzensangelegenheit ein: offene Grenzen. Er verfolgt die aktuelle Entwicklung der Europäischen Union und auch der Euregio. Als Sprecher des Karlspreis-Kuratoriums folgt er seiner Sehnsucht nach Verständigung. „Der Karlspreis ist mehr als ein Symbol, er bringt neue Impulse in die politische Diskussion”, ist er sicher.

Zeitgenössische Kunst vermitteln

Neue Impulse brachte auch Brigitte Franzen, als sie 2009 die Leitung des Aachener Ludwig-Forums übernahm. „Ich bin bewusst hierhergekommen, weil mich das Gebäude und die Sammlung faszinierten”, blickt sie zurück. „Es war möglich, meine Handschrift wirken zu lassen.” Im Moment freut sie sich über den Erfolg der Ausstellung „Hyper Real” zum 20-jährigen Jubiläum des Museums.

„Trotzdem gibt es noch genug Baustellen, wie zum Beispiel die geplante Klimatisierung”, so Franzen. Ihre Hauptaufgabe sieht sie weiterhin darin, zeitgenössische Kunst zu vermitteln, das Haus zu positionieren und Gelder einzuwerben für zukünftige Projekte. „Ich bin froh, dass das Ludwig-Forum ein solches Gesicht hat”, fasste Moderator Uwe Brandt zusammen. Eins von drei interessanten Aachener Gesichtern an diesem Morgen.
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