Aachen - Beim Sport finden viele Nationen zusammen

Beim Sport finden viele Nationen zusammen

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
10295816.jpg
Tolles Zusammengehörigkeitsgefühl: Schülerinnen und Schüler der GHS Aretzstraße trafen sich am Farwickpark, um für den guten Zweck an den Start zu gehen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Schüler der Ganztagshauptschule (GHS) Aretzstraße wollen laufen, trotz eher kühler Temperaturen und starken Windes. Zum zweiten Mal liefen die rund 450 Schüler den Unicef-Spendenlauf; im letzten Jahr waren rund 1150 Euro zusammengekommen.

Der Lauf funktioniert nach dem altbekannten Prinzip: Für jede gelaufene Runde bekommt der Schüler Geld von seinen zuvor gesuchten Sponsoren. Bei einer Spende von einem Euro kämen bei fünf Runden also fünf Euro zusammen. 550 Meter ist eine Runde mitten im Farwickpark. „Der Park ist sehr gut dafür“, meint Bernd-Ulrich Groß, Sport und Ganztagskoordinator der Schule und Hauptorganisator des Laufes, „er ist von der Schule aus gut zu Fuß erreichbar.“

Das Motto in diesem Jahr lautete: „Wir laufen für Flüchtlingskinder aus aller Welt“. Für die meisten Schüler der Schule sind Flüchtlinge kein weit entferntes Thema. Derzeit werden an der Schule 28 unbegleitete Minderjährige unterrichtet, dazu kommen 42 Kinder, deren Familien Asyl beantragt haben. Die GHS Aretzstraße gehört zu den Schulen mit den meisten sogenannten Internationalen Förderklassen (IFÖ), Klassen, in denen Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, die auf der Flucht sind und nicht wissen, wie ihre Zukunft aussieht, gemeinsam lernen. Damit könnte die GHS auch die größte Schule sein, die solche Kinder inkludiert.

Die Kinder in den sechs Förderklassen stammen aus insgesamt 42 Ländern, viele aus Syrien und dem Irak, nach wie vor aber auch aus Afghanistan. Einige der unbegleiteten Minderjährigen haben von Somalia und Eritrea aus den Weg über das Mittelmeer genommen, jene Routen, auf denen in den letzten Wochen hunderte von Flüchtlingen ertrunken sind. „Der Hilfsaspekt ist für die Schüler wichtig“, so Groß.

Die Unicef-Hochschulgruppe war in die Schule gekommen und hat berichtet, wofür die Schülerinnen und Schüler laufen. Die Schüler seien danach sehr motiviert gewesen, ihre Sponsoren zu finden. 50 Prozent der Einnahmen aus dem Sponsorenlauf gehen direkt an Unicef, das Hilfswerk ermöglicht es aber auch, dass 50 Prozent in den Schulen bleiben. „Sport spielt eine ganz wichtige Rolle bei uns an der Schule“, so Groß. Das konnte man auch beim Sponsorenlauf sehen. Bei Anpfiff rannten die Kinder aus der Stufe 7 und die IFÖ 3 gemeinsam los und wenn jemand nicht mehr konnte, fand er sofort jemanden, der ihn an die Hand nahm und mit sich zog. Egal, woher derjenige kommt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert