Beim „Snookern“ darf man Gegner ärgern

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
9959767.jpg
Konzentration ist gefragt: Zwei ruhige Hände und die richtige Taktik sind beim „Snookern“ entscheidend. Die Sportart, die in England und Irland schon zum Volkssport gehört, wird auch in Aachen immer beliebter. Manfred Kriebs ist Vorsitzender des 1. Aachener Snooker Clubs Pot Black. Ein Ziel lautet: Aufsteig in die Bundesliga. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Während im Crucible Theatre in Sheffield die Snooker-WM auf die Zilegerade einbiegt, gibt es heute und morgen beim 1. Aachener Snooker Club Pot Black das „Wochenende der offenen Tür“. Der Verein will die Sportart vorstellen und neue Mitglieder gewinnen. Snooker, in Großbritannien und Irland Volkssport, findet auch hierzulande immer mehr Freunde – nicht zuletzt dank der Live-Übertragungen auf Eurosport.

2014 hat der Club sein neues Vereinsheim auf dem Mercedes-Benz-Gelände an der Gneisenaustraße eingeweiht. Mit der 500 Quadratmeter großen Fläche ist das Vereinsheim bundesweit das Zweitgrößte. Mittlerweile stehen neun Snooker-Tische in der Vereinshalle. Im AZ-Samstagsinterview verrät Vorsitzender Manfred Kriebs, welche Ziele der Club in diesem Jahr verfolgt. Der Name „Pot Black bezieht sich übrigens auf das „lochen“ der schwarzen Kugel im Spiel, die mit sieben den höchsten Punktwert im Spiel hat.

Heute und morgen stellen Sie beim „Wochenende der offenen Tür“ die Sportart Snooker vor. Seit wann wird bei Ihnen Snooker gespielt?

Kriebs: Der Verein ist 2006 von sieben „snookerbegeisterten“ Männern gegründet worden. Sie haben sich damals regelmäßig zum „Snookern“ in einer Kneipe getroffen, bis sie irgendwann die Idee hatten, einen Verein zu gründen. Mit einem Lkw sind sie dann nach England gefahren und haben gebrauchte Snooker-Tische gekauft. Das war eine ganz schön mutige Aktion, denn die Tische sind teuer. Zudem mussten sie eine große Halle mieten, denn diese nehmen viel Platz ein.

Und was ist das Besondere am Snooker?

Kriebs: Snooker wird mit einer kleineren Kugel, im Vergleich zum normalen Billard, gespielt. Der Tisch ist 3,57 Meter lang und 1,79 Meter breit, also viel größer als ein Poolbillard-Tisch. Das faszinierende an dem Sport ist, dass es viele taktische Möglichkeiten gibt, anders als beim normalen Billard. Snooker ist somit die Königsdisziplin innerhalb des Billardsports. Die Sportart kommt übrigens aus England.

Und wie genau wird gespielt?

Kriebs: Man spielt immer zu zweit gegeneinander. Zuerst muss eine rote Kugel „gelocht“ werden. Danach kann man sich eine andersfarbige Kugel aussuchen. Das geht dann immer im Wechsel so weiter. Wenn ein Spieler merkt, dass seine Aufnahmerunde nicht optimal läuft, kann er die Kugel auch taktisch so spielen, dass der Gegner ebenfalls nicht lochen kann. Man kann den Gegner also richtig ärgern. Es gibt auch die Möglichkeit, die weiße Kugel auf dem Tisch zu „verstecken“, so dass die Zielkugel gar nicht angespielt werden kann. Das nennt man dann snookern – daher kommt auch der Name.

Muss man d Voraussetzungen erfüllen, um Snooker zu spielen?

Kriebs: Nein. Jeder kann Snooker spielen. Das Alter zum Beispiel spielt keine Rolle. Unser jüngster Spieler ist neun Jahre alt. Unser ältester Spieler hingegen ist schon 76. Man sollte gute Augen und kein Problem damit haben, mit anderen Generationen zusammenzukommen. Denn bei uns spielt jeder mit jedem, egal welches Alter oder welches Können er hat. Es ist eine Sportart für Jung und Alt, für Anfänger und Profis.

Gibt es in Aachen genug Möglichkeiten die Sportart auszuüben?

Kriebs: In Aachen sind wir der einzige Snooker-Billard-Verein. Zurzeit versuchen wir Sponsoren zu finden, die uns unterstützen. Das ist nicht so einfach, denn viele kennen die Sportart nicht. Mittlerweile spielt eines unserer Teams sogar schon in der zweiten Bundesliga. Wir arbeiten also stetig daran, die Sportart auch in Aachen zu etablieren und populärer werden zu lassen.

Dann ist es vermutlich auch schwierig, weitere Anhänger zu finden?

Kriebs: Nein. Es gibt immer wieder Interessierte, die von sich aus auf uns zukommen, den Sport ausprobieren und viel Spaß daran finden.

Wie viele Mitglieder hat der Verein?

Kriebs: 55 – mit stetig steigender Tendenz.

Und welche Erfolge kann der Verein bislang verzeichnen?

Kriebs: Bei der Deutschen Meisterschaft haben wir im Teamcup den dritten Platz erreicht. Außerdem ist einem Spieler aus unserem Vereinsteam ein Century gelungen.

Ein Century?

Kriebs: Ja. Ein Century erreicht derjenige, der mehr als 100 Punkte bei einem Break erspielt. Das zu erreichen ist der Traum eines jeden Snooker-Spielers. Mir ist es bislang noch nicht gelungen, weil es wirklich schwierig ist.

Und welche Ziele hat der Verein in diesem Jahr?

Kriebs: Wir vollen weitere Menschen für den Sport begeistern, weil wir selbst begeistert sind. Beim Snooker kann man den Alltag vergessen und sich voll und ganz auf das Spiel konzentrieren. Davon wollen wir die neuen Mitglieder überzeugen. Mittelfristig wollen wir natürlich in die erste Bundesliga aufsteigen und weitere sportliche Erfolge sammeln.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert