Aachen - Beim Obstwiesenfest wird der Herbst zum Hit

Beim Obstwiesenfest wird der Herbst zum Hit

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
10988610.jpg
Leckere Botschafter in vielen Sorten: Beim neunten Obstwiesenfest gab es natürlich nicht nur Infos rund um die Früchte des Herbstes, sondern auch reichlich zu probieren. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Schwungvoll dreht Jakob das große Rad der Saftpresse, und schon bald fließt goldgelber Apfelsaft. Wer schon immer wissen wollte, wie richtig frischer Apfelsaft schmeckt oder welcher Apfelbaum im heimischen Garten wächst, der war auf dem mittlerweile 9. Aachener Obstwiesenfest, dieses Jahr auf dem Gelände des Gut Wegscheid in Vaalserquartier, genau richtig.

Es gab viel zu erleben und zu lernen: Rund 3000 Apfelsorten gibt es in Deutschland, viele davon sind sogenannte „alte“ Sorten. Aber: „Die einzige alte Sorte, die man im Supermarkt noch kaufen kann, ist der Boskop“, erklärt Manfred Aletsee, Leiter der NABU-Naturschutzstation Aachen. Dabei haben die alten Sorten, wie der Aachener Hausapfel, das Seidenhemdchen oder die Münsterbirne einiges zu bieten.

Besonders beliebt ist daher ein Stand, an dem Pomologen – Obstkundler, könnte man sagen – die Äpfel der Besucher bestimmen. Dass dies beileibe keine einfache Aufgabe ist, kann man schon daran erkennen, dass die ausgestellten Exemplare alle sehr ähnlich aussehen. Ein besonderes Schmankerl ist indes der „Bag-in-box“-Apfelsaft: In einem Pappkarton wird in einen Beutel aus Folienverbundmaterial Apfelsaft eingefüllt. Der Saft hält im Karton angebrochen mindestens drei Wochen. „Ich habe sogar schon sechs geschafft“, meint Aletsee lachend.

Fleißige Helfer als „Stars“

Aber das Obstwiesenfest hat natürlich auch andere Naturprodukte zu bieten: Die Bienenfreunde Euregio haben einen kleinen Bienenstock mitgebracht, in dem man den fleißigen Bienen beim Arbeiten zusehen kann. Gleichzeitig gibt es natürlich jede Menge leckeren Honig. Ganz verhindern lässt es sich leider nicht, dass auch in Biohonig manchmal Pestizide gefunden werden, erzählt Aletsee. Zwar wird auf den Streuobstwiesen nicht mit Pestiziden gearbeitet, allerdings sind die Wiesen auch kein hermetisch abgeriegelter Raum. Pestizide können über die Bienen, die die Streuobstwiesen verlassen, oder auch über die Luft an die Pflanzen selbst und damit in den Honig gelangen.

Infostände informieren unterdessen über den Naturschutz im Allgemeinen, aber auch über gängige Vorurteile etwa zu vermeintlichen Gefahren durch Wölfe oder Hornissen. Das zwei Hornissenstiche ein Kind töten könnten, gehört ebenso ins Reich der Legenden und Märchen wie die Figur des „bösen Wolfes“.

Besonders bliebt bei den kleineren Gästen ist allerdings sowieso weniger die Welt der Tiere und Pflanzen – sondern imposante Oldtimer auf vier Rädern: „Wir gehen später noch einmal zu den Traktoren zurück“, sagt ein Vater zu seinem kleinen Sohn, der mit großen Augen auf die roten Zugmaschinen zurückblickt. Wer eher Tiere schätzt, kann im derweil unter anderem im Hühnerstall auf Tuchfühlung mit den Flattermännern gehen. Festhalten lässt sich also: Die Obstwiese in Aachen ist nicht ausgestorben, sondern erfreut sich guter Gesundheit. Und wer ein bisschen die Augen offen hält, kann vielleicht in dem einen oder anderen Hofladen auch mal echte Aachener Äpfel probieren.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert