Beim Klimaschutz ist Aachen Gold wert

Von: André Schaefer
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Aachen. Es kann durchaus sein, dass die Stadt Aachen in diesen Tagen den einen oder anderen neidischen Blick erntet. Und zwar von anderen Städten Deutschlands. Vielleicht mag manch andere Kommune in Aachen so etwas wie einen Streber sehen.

Doch das ist keineswegs negativ gemeint, ganz im Gegenteil: Denn in Sachen Klimaschutz ist Aachen Gold wert. Am Donnerstag erhält die Stadt dafür in Wuppertal den goldenen European Energy Award (eea).

NRW-Umweltminister Johannes Remmel wird diesen den Vertretern der Stadt überreichen. Genauer gesagt, den Vertretern des sogenannten Energieteams sowie der Ratsfraktionen Aachens, die in den vergangenen zwei Jahren mit viel Einsatz dafür gesorgt hatten, dass die Stadt den Award am Donnerstag in den Händen halten darf.

Seit Mitte 2009 nimmt Aachen an dem internationalen Qualitätsmanagement- und Zertifizierungssystem teil, das Kommunen ermöglichen soll, die einzelnen Klimaschutzaktivitäten zu erfassen, zu prüfen und zu bewerten. Insgesamt 850 Kommunen sind weltweit an dem System beteiligt, allein 228 Städte aus Deutschland. Daran beteiligt zu sein, bedeutet jedoch nicht gleich ausgezeichnet zu werden. So war es in den vergangenen 24 Monaten nötig, einen Fragenkatalog mit rund 90 Fragen in sechs Handlungsfeldern abzuarbeiten. Geprüft wurden die Aktivitäten in Bereichen wie Stadtplanung, kommunale Gebäude oder Energieversorgung.

Anfang Juli dieses Jahres machten sich ein nationaler und internationaler Prüfer in Aachen vor Ort ein Bild von den gemachten Angaben, und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit nicht weniger als 80 Prozent der erreichbaren Punkte erlangte Aachen einen Spitzenwert und zählt damit zu den besten Kommunen. „Die jahrelange Arbeit trägt Früchte”, freut sich Dr. Maria Vankann, Klimaschutzbeauftragte und Organisatorin des „eea”-Prozesses. „Es ist ja nicht so, dass Aachen erst seit zwei Jahren im Klimaschutz aktiv ist. Seit rund 20 Jahren wird an diesem Thema intensiv gearbeitet.”

Gründe für den Erfolg gibt es viele, so etwa die Elektromobilität, in der die Stadt führend ist. „Ein wesentlicher Faktor ist auch der Luftreinhalteplan. Die Stadt wollte von Beginn an eine Verkehrsminderung, um somit eine Umweltzone in Aachen zu verhindern”, erläutert Klaus Meiners, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Umwelt, der „ein wenig überrascht” war über das hervorragende Ergebnis.

„Im Grunde handelt es sich um einen Wettbewerb unter Ungleichen. Andere Kommunen haben deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung. Was Aachen auszeichnet, ist die Kreativität zum Thema Klimaschutz”, so Meiners.

Kreativität ist in Zukunft im Handlungsfeld der kommunalen Gebäude und Anlagen gefragt, wo man die geringste Punktzahl erreichte. „Das liegt daran, dass die meisten Häuser in Aachen nicht erst vor 15 Jahren gebaut wurden”, meinte Claus Haase von der SPD-Fraktion.Das Erreichen des Goldstatus stimmt alle zufrieden, auch fraktionsübergreifend.

Ausruhen werde man sich in Zukunft jedoch nicht, betont CDU-Fraktionsmitglied Ferdinand Corsten: „Wir könnten uns als nächstes Ziel die 90 Prozent an erreichten Punkten vornehmen”, so sein optimistischer Vorschlag. Bis dahin muss noch einiges getan werden, doch der Stadt bleibt Zeit: In vier Jahren besteht die Möglichkeit, den Goldstatus erneut zu bestätigen.
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