Beim Kita-Streik wird auch nächste Woche getrommelt

Von: Stephan Mohne
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Kita Streik
Am Mittwoch findet der Hauptaktionstag statt - dann soll ein erneuter Dialog mit der Politik geführt werden. Foto: Oliver Berg/dpa

Aachen. Die erste Streikwoche ist beendet – die zweite wird am Montag eingeläutet. Und dabei trommelt die Gewerkschaft Verdi weiter kräftig für ihre Forderungen. Wortwörtlich. Denn wie schon in den vergangenen Tagen wird weiterhin eine Trommlergruppe, die zwischenzeitlich auf rund 20 „Musikanten“ angewachsen war, durch Aachens Straßen ziehen und dabei Infomaterial zum aktuellen Tarifkonflikt im Sozial- und Erziehungsdienst verteilen.

Das gehört zu den kleineren Aktionen, die täglich stattfinden. Nächste Woche stehen jedoch auch wieder große Protestveranstaltungen auf dem Programm. Klar ist, dass auch weiterhin sämtliche städtische Kitas bestreikt werden. In mehr als 50 Einrichtungen gab es in der vergangenen Woche gerade einmal neun Notgruppen. So wird es wohl bleiben, was die ganze Sache für die Eltern zur alltäglichen Zerreißprobe zwischen Arbeit und Kinderbetreuung macht.

Dennoch wähnt Verdi-Sekretär Mathias Dopatka gerade die Eltern in weiten Teilen verständnisvoll weiterhin hinter den Gewerkschaftsanliegen. Am Montag sollen sogar Eltern mit nach Düren fahren, wo dann eine zentrale Kundgebung für den Bezirk Aachen stattfindet. Um 8.30 Uhr fahren die Streikenden – nebst Begleitung – am Busparkplatz Hüls los.

Am Dienstag ist dann wieder ein Tag der kleinen Aktionen. Wobei jene Mitarbeiter außerhalb der Kitas – also etwa aus dem Bereich OGS, aus dem Sozialdienst oder der Behindertenhilfe – zu einer NRW-Kundgebung nach Wuppertal fahren. Dort sollen diese Berufsfelder, die bislang weniger im Fokus standen, stärker in den Blick gerückt werden.

Am Mittwoch geht es in Aachen rund. Denn dann ist der „Hauptaktionstag“ der zweiten Streikwoche geplant. Dazu lädt Verdi interessierte Eltern zunächst von 11 bis 14 Uhr zum Verdi-Haus an der Harscampstraße ein, um dort mit ihnen ins Gespräch kommen zu können. Um 15 Uhr sammelt sich ein großer Demozug, der Richtung Markt gehen wird, wo von 16 bis 17.30 Uhr eine Kundgebung abgehalten wird. Das passt, denn zu dieser Zeit kommt auch der Stadtrat im Rathaus zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

„Wir wollen ein starkes Zeichen setzen“, sagt Dopatka. Ausdrücklich seien alle Bürger und insbesondere die Eltern eingeladen, sich zu solidarisieren. Zudem will man mit der Politik in den Dialog treten. Auf der Bühne könnten sich auch Politiker zur Situation äußern. Auch der Oberbürgermeister? „Wenn er will...“, sagt der Gewerkschaftssekretär, der mit OB Marcel Philipp in den vergangenen Tagen arg im verbalen Clinch lag. Er wolle ohnehin dem OB noch einen offenen Brief schreiben, erläutert Dopatka.

Um die aufgeheizte Stimmung möglichst etwas zu beruhigen und wieder auf die sachliche Ebene zu gelangen. Dopatkas Fazit der ersten Streikwoche fällt indes überaus positiv aus: „Die Streikbereitschaft ist kolossal.“ Auch aus dem Jugendamts- und Sozialbereich kämen immer mehr Leute dazu. „Wir haben großen Zulauf“, fügt er hinzu. Multimediale Impressionen aus dieser Woche findet man übrigens auf Facebook unter den Stichworten „Aufwertung 2015 Aachen Tagebuch“.

Verlängerung ist möglich

Die kommende Streikwoche wird dann am Freitag mit einer Abschlussveranstaltung enden, bei der die dann aktuelle Lage erörtert und das weitere Vorgehen besprochen wird. Denn eines ist klar: Es ist durchaus möglich, dass dieser Streik noch eine ganze Weile länger dauert.

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