Aachen - Beim Hospiz stehen Zeichen auf Eröffnung

Beim Hospiz stehen Zeichen auf Eröffnung

Von: Hans-Peter Leisten
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Die Folgen der Brandstiftung sind fast überstanden: Das Hospiz im Itertal steht vor der Eröffnung. Foto: Andreas Steindl
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Der Geschäftsführer des Betreibers Homecare, Bernd Wehbrink, nimmt die Zimmer in Augenschein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. So langsam kehrt das Lachen zurück. Das idyllische Bild am Iterbach mag das Seine dazu beitragen, dass die Verantwortlichen des neuen Hospizes dort nie ihren Optimismus verloren haben – trotz mehrerer unverschuldeter Rückschläge.

Bernd Wehbrink ist Geschäftsführer des künftigen Hospizbetreibers Homecare und verlegt symbolisch ein paar Platten auf einer Terrasse vor den Zimmern des Hauses am Iterbach. Natürlich hat er andere Aufgaben zu erledigen, und doch steht auch dieser symbolische Akt dafür, dass in den vergangenen Wochen alle an allen Ecken und Enden angepackt haben, um das Projekt zur Erfolgsgeschichte zu machen.

Neue Daten begründen diesen Optimismus: Am 6. Juli können die ersten Gäste in den Komplex im Aachener Süden einziehen, der einst eine Geburtsklinik beheimatete, entsprechende Aufnahmegespräche sind ab dem 15. Juni möglich. Ansprechpartnerin ist die Aufnahmekoordinatorin Simone Rütgers, erreichbar unter Tel. 02408-9265195 montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 14 Uhr an der Eisenhütte 21-25, 52076 Aachen, ruetgers@hospiz-iterbach.de. Es müssen aber Vorausstezungen erfüllt sein. Gäste müssen an einer fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Krankheit leiden, bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine palliativ-medizinische Behandlung notwendig/erwünscht ist. Diese Krankheit begrenzt die Lebenserwartung stark, bedarf aber keiner Krankenhausbehandlung.

Dass man die Gäste – so nennt man bezeichnenderweise die Bewohner eines Hospizes – jetzt doch schon aufnehmen kann, grenzt an ein kleines Wunder. Eigentlich war fürs erste Mai-Wochenende bereits die offizielle Eröffnung geplant, doch dann wurde das fast fertige Haus Opfer von Brandstiftung. Wer Anfang März gezündelt hat, wird wohl immer offen bleiben – dass es sich um Brandstiftung handelte, bezweifelt aber niemand. Doch auf dieses Kapitel wollen Bernhard Wehbrink und seine Mitstreiter so schnell wie möglich den Deckel machen, und ein Blick in den Komplex an der Eisenhütte zeigt, dass Optimismus angebracht ist. Die 14 Zimmer, alle mit Balkon oder Terrasse ausgestattet, sind im Grunde bereit für den Erstbezug. Auch das große Foyer ist befreit von den Spuren des Brandes. Hier werden nicht nur Gäste, Angehörige und Besucher empfangen, hier können künftig auch Veranstaltungen rund um den Themenkomplex einer würdigen letzten Lebensphase stattfinden. Darauf kommt es an: „Wir wollen totkranken Menschen ein humanes Ende ermöglichen“, fast Wehbrink die Zielsetzung zusammen. Was in Haus Hörn schon seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt wird, soll auch im Aachener Süden für die Menschen in unserer Region möglich werden.

Der Weg zur Realisierung war steinig. 6,5 Millionen Euro werden am Ende inklusive Kauf zu Buche schlagen. 2,5 Millionen davon wollte die eigens gegründete Hospizstiftung erbringen, was auch bis auf 800.000 Euro gelungen ist. Nichts konnten die Unterstützer da weniger gebrauchen als den Brandanschlag. Immerhin gelang es unter großen Mühen, die zunächst auf 350.000 Euro geschätzte Schadenssumme deutlich zu reduzieren. Vor allem, weil das Personal, das bereits ab 1. Mai feste Verträge hatte, übergangsweise andere Anstellungen fand.

Möglich wurde die Inbetriebnahme aber auch durch die Unterstützung zahlreicher Helfer, für die die Aachener Choreographin Carla Brettschneider stellvertretend steht. Sie ist Schirmherrin des Freundeskreises Hospiz am Iterbach und hat eine Benefizgala für den 13. Juni auf die Beine gestellt, bei der eine äußerst vielseitige Mischung aus Kleinkunst, Tanz, Musik und Kabarett kredenzt wird. Die Gala steht stellvertretend für das Engagement aus der Bürgerschaft und bewegt sich ebenfalls ganz nah am Grundgedanken des neuen Hospizes: Es wird ein Haus für alle betroffenen Menschen in der Aachener Region sein.

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