Aachen - Beim gemeinsamen Tüfteln die Kultur des anderen kennenlernen

Beim gemeinsamen Tüfteln die Kultur des anderen kennenlernen

Von: Rabea Gruber
Letzte Aktualisierung:
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Kleine Projekte schweißen zusammen: Im Herbst startet die dritte Arbeitsgruppe von „Gazebo“. Foto: Nils Hamm

Aachen. Das interkulturelle Schulprojekt „Gazebo“ geht in die vorerst letzte Runde. Mit einer dritten Workshop-Reihe am Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG) wird das Integrationsprojekt dieses Schuljahr weitergeführt. „Gazebo“ wird von einer Aachener Lokalgruppe der Ingenieure ohne Grenzen organisiert.

Die Studierenden bieten eine Arbeitsgemeinschaft (AG) an, in der geflüchtete und deutsche Jugendliche gemeinsam technische Projekte erarbeiten können. „In der letzten Workshop-Reihe haben wir zum Beispiel kleine Batterien und Wasserwerke gebaut“, sagt Nils Hamm, Student des Wirtschaftsingenieurswesens im sechsten Semester. Die Ziele der AG gingen allerdings über die technischen Aufgaben hinaus.

„Anhand der kleinen Projekte sollen die Schüler lernen, als Team zusammenzuarbeiten“, sagt Hamm. Die Aufgaben seien stets so ausgelegt, dass man sie nur gemeinsam bewältigen könne. Beim Bau der Batterien etwa hätten die Gruppen jeweils nur einen Teil der notwendigen Materialien bekommen. Erst über den Austausch und das gemeinsame Probieren hätten sie aus Kupfermünzen, Essig und Papier funktionierende Batterien bauen können.

Initiiert worden war das Projekt bereits vor zwei Jahren. Im Sommer 2016 luden die Studierenden zu den ersten Treffen am CMG und am Couven-Gymnasium ein. Die zweite Auflage am CMG folgte vor den Sommerferien. „Das war aber nicht ideal, weil der Ramadan in diese Zeit fiel“, sagt Hamm. Deshalb wolle man die neue AG nun im November beginnen.

„Den genauen Starttermin werden wir kurzfristig mit dem CMG abstimmen“, kündigt Hamm an. Die Studierenden betreuen „Gazebo“ ehrenamtlich. Der Gazebo (italienisch für Pavillon) steht dabei sinnbildlich für einen schützenden, aber nicht eingrenzenden Ort. „Gazebo“ will einen Austausch zwischen den Kulturen ermöglichen und den geflüchteten Jugendlichen das Ankommen in der Stadt erleichtern.

Eine andere Perspektive

„Die meisten Flüchtlinge im Projekt sind aus Syrien“, erzählt Hamm. Manche sprächen schon sehr gut Deutsch, andere lernten es erst. „Aber wenn es Sprachprobleme gibt, helfen wir oder die deutschen Schüler.“ Einmal bekamen die Teilnehmer auch eine Projektanleitung in arabischer Sprache. „Einfach, um den deutschen Schülern eine andere Perspektive zu zeigen“, sagt Hamm. Die Unterrichtsmethoden erarbeiten die Betreuer gemeinsam mit Trainern des Vereins „AFS Interkulturelle Begegnungen“.

Die Jugendlichen sollen in den Projekten nicht nur erneuerbare Energien und die Technik dahinter kennenlernen, sondern sich auch über Kulturen austauschen. Nicht immer klappe dabei alles nach Plan, erzählt der Student. „Jede Gruppe ist anders, da funktioniert nicht jedes Spiel gleich gut. Vor allem die Sprache kann bei komplizierten Aufgaben eine Barriere sein. Aber wir machen hinterher immer eine Reflexionsrunde und schauen, was nicht gut funktioniert hat“, sagt der 22-Jährige. So würden die Projektreihen weiter verbessert.

Nächstes Mal soll es zusätzlich auch gemeinsame Mittagessen in der Schule und eine Whatsapp-Gruppe für die Betreuer und Teilnehmer geben, um sich auch zwischen den Treffen auszutauschen. Die offizielle Laufzeit von „Gazebo“ endet diesen Dezember. Die Ingenieure ohne Grenzen könnten sich aber gut vorstellen, das Projekt weiterzuführen.

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