Beim Familienfest der Lebenshilfe geht es um Begegnung

Von: Svenja Pesch
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Buntes Fest der Begegnung: Die Lebenshilfe lud Familien auf ihr Gelände an der Adenauerallee ein. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Noch weiß Leonie nicht, was sie von dem weißen Beutelchen halten soll. Im „Dschungel der Sinne“ ist sie mit ihrem Vater bei der letzten Station angekommen, wo es um den Geruchssinn geht. Lakritz, Brot und die alten Socken des Höhlenbewohners hat sie schon erkannt.

Aber das Beutelchen, das das kleine Stoffäffchen in der Hängematte dabei hat, sieht nicht gerade vertrauenserweckend aus. Doch gemeinsam wagen Leonie und ihr Vater den Schritt und machen den Geruchstest. „Ihh, das riecht nach Pferd….“

Klare Sache: Auch im Dschungel riecht nicht alles gut. Aber zum Glück gibt es beim Lebenshilfe-Familienfest genügend Ausweichmöglichkeiten. Egal ob Kinderschminken, einen Stand, wo man Armbänder herstellen kann oder eine Märchenerzählerin – hier kommen Groß und Klein auf ihre Kosten. Das Familienfest, welches unter dem Motto „Familie: bunt bewegt“ steht, wird von der Bundesvereinigung der Lebenshilfe erstmals ausgerufen und vereint alle Lebenshilfe-Einrichtungen. Egal ob die Werkstätten, Wohngruppen oder der familienentlastende Dienst, jeder ist willkommen.

„Wir wünschen uns, dass wir gemeinsam einen schönen Tag verbringen können und wenn man dann noch sagen kann, dass sich hier Menschen begegnet sind, die sich normalerweise nicht treffen würden, dann sind wir sehr zufrieden“, sagt die Geschäftsführerin der Lebenshilfe, Barbara Krüger. Damit schon von Beginn an das Publikum und die Besucher in Partystimmung kommen, sorgt die Schülerband „Street Kids“ auf der Bühne für gute Laune.

Wer es lieber etwas ruhiger mag, der kann sich bei Kaffee und Kuchen die Kunstaktion von einigen Bewohnern anschauen oder gleich selbst Teil einer solchen werden. Denn bei der Puzzleaktion werden Puzzleteile gestaltet, die sich dann zu einem großen Gesamtkunstwerk formieren werden. Jeder kann seinen ganz individuellen Beitrag leisten.

Holger sieht sich das Ganze lieber aus der Ferne an, hat er doch schon sein ganz eigenes Kunstwerk gemacht. Ein kunterbunter Schuh mit grellen Schnürsenkeln ist seine Antwort auf die Frage, wie sein Lebensweg aussieht. Bunt und lebendig eben. Diese Schuhe wurden während der Heiligtumsfahrt gemacht, deren Leitspruch „auf dem Weg sein“ lautete.

Und während in dem einen Raum Stück für Stück ein großes Puzzle entsteht, lauschen einen Raum weiter Kinder und Erwachsene den Geschichten der Märchenerzählerin. Behindert oder nicht behindert, was bedeutet das schon? Beim ersten großen Familienfest der Lebenshilfe hört man das viel zitierte Wort „Inklusion“ nicht einmal. Wozu auch? Um eine angenehme und selbstverständliche Stimmung zu beschreiben, bedarf es schließlich keiner komplizierten Worte. Eines reicht da völlig aus: Klasse!

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