Beim AKV ist Schluss mit lustig: Vizepräsident Königs zurückgetreten

Von: Robert Esser
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Streit: AKV-Vize Dr. Norbert K
Streit: AKV-Vize Dr. Norbert Königs (r.) verlässt die Elferräte Rolf Gerrards (l.), Torsten Peters (2.v.r.) und Präsident Dr. Werner Pfeil.

Aachen. Schluss mit lustig. Der Organisator der Ordenssitzung wider den tierischen Ernst, Dr. Norbert Königs, hat eine Woche nach der ARD-Sendung seinen Hut - beziehungsweise die Narrenkappe - genommen. Der 1. Vizepräsident des Aachener Karnevalsvereins (AKV) verließ am Montagabend nach ausuferndem Streit den Elferrat.

„AKV-Präsident Werner Pfeil hat sich in der Sitzung des Elferrats geweigert, mir weiterhin das Vertrauen auszusprechen”, bestätigte Königs am Dienstag auf Anfrage. „Mir blieb also keine andere Wahl, als augenblicklich von meinem Amt zurückzutreten”, erklärte er.

Zu den Gründen wolle er - aus Rücksicht auf den AKV - keine Details benennen. „Ich bin nicht der Typ, der nachtritt.”

Ärger um Ordensritter

Aus AKV-Kreisen verlautete allerdings, dass das Zerwürfnis schon längere Zeit andauert. Gerangel um Pöstchen und nicht zuletzt die Wahl des jüngsten umstrittenen Ordensritters „Otti” Fischer hätten den Zwist weiter befeuert, hieß es. Der Elferrat sei in zwei Lager gespalten.

Königs amtierte bereits unter Pfeils Vorgänger Horst Wollgarten im AKV-Elferrat - ebenso von 1989 bis 1994. „Es ist schon traurig, nach insgesamt 13 Elferratsjahren und 33 Jahren als AKV-Mitglied einen solchen Schlussstrich ziehen zu müssen”, resümierte Königs.

Eigentlich habe er noch die anderthalb Jahre der laufenden Legislaturperiode bis zur nächsten Vorstandwahl durchhalten wollen. „Aber es ging jetzt einfach nicht mehr.” Zuletzt hatte Elferrat Bernd Carl, der die Sammlung Crous über viele Jahre betreute, enttäuscht dem höchsten Gremium der sogenannten Lackschuh-Karnevalisten den Rücken gekehrt - weil ihm wohl selbige Deckung fehlte.

AKV-Präsident Dr. Werner Pfeil reagierte am Dienstag zurückhaltend auf die Personalie Königs. „Niemand wollte, dass er zum jetzigen Zeitpunkt ausscheidet. Ich bedaure seinen Schritt”, sagte Pfeil. Im August will er den AKV-Mitgliedern einen neuen Kandidaten für den Elferrat präsentieren. Pfeil: „Wir haben zwei sehr schwere Jahre hinter uns, es wird jetzt bergauf gehen.”

Die Aufgaben von Königs werde zunächst der zweite AKV-Vize Rolf Gerrards übernehmen, der die TV-Ordenssitzung neben Pfeil und dem Kabarettisten Jürgen Beckers moderiert hatte. Doch Königs zeichnete seit Jahren - neben Organisation von Prinzenproklamation und Ordenssitzung - auch für die Gestaltung der prunkvollen AKV-Wagen im Rosenmontagszug verantwortlich. Diesen Job übernimmt nach Angaben von Präsident Pfeil nun Elferrat Josef Schumacher, der als Spediteur nicht nur einige Erfahrung mit Umzügen und schweren Lkw mitbringt.

Wem nützt der Rücktritt?

Auf den Internetseiten des Aachener Karnevalsvereins war nach dem plötzlichen Rücktritt von Dr. Nobert Königs immer noch dessen Lebensphilosophie nach Horaz zitiert: „Carpe diem ... Alles fließt und unterliegt ständigem Wandel. Umso wichtiger ist es, den Augenblick zu nutzen und den Tag zu genießen!” Die Frage ist nun, wem der Rücktritt von Königs zum Schluss nützt. Lustig wars wohl nicht - eher tierisch ernst.
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