Aachen - Bei Pelzen und Pullis purzeln jetzt die Preise

Bei Pelzen und Pullis purzeln jetzt die Preise

Von: Robert Esser
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Einkaufstrubel trotz Nieselregens: Aachens Fußgängerzonen – hier die Krämerstraße – füllten sich Freitag schon in den Morgenstunden mit Kunden. Am heutigen Samstag wird es noch enger werden. Foto: Andreas Steindl
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Wertvolles Geschenk: Matthias Moll (Autohaus Moll), MAC-Geschäftsführer Manfred Piana, die Schausteller Udo Kaiser und Peter Loosen, Alexandra Behle (Verlagsleiterin Super Sonntag), OB Marcel Philipp, Thomas Pelzer (AZ-Anzeigenleiter), Johannes Schumacher (Leo der Bäcker) und MAC-Vorsitzender Wilhelm Schillings gratulieren auf dem Weihnachtsmarkt Oliver Rosenbaum (2. von links), dem Sohn der Gewinnerin Christa Rosenbaum, zum neuen Mazda. Oliver Rosenbaum wird von seinen Kindern Larissa und Luka und Frau Sandra begleitet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Jan (10), Lilly (13) und Marie (12) pfeifen auf den Regen. Sie flöten und singen Weihnachtslieder in der Krämerstraße. Aktueller Top-Hit des fleißigen Trios: „Maria durch ein Dornwald ging“. Einspielergebnis: „So um die 40 Euro pro Stunde“, verrät Lilly. Süßer die Kassen nie klingen. Das kann sich hören lassen. Genauso wie das Ergebnis des Weihnachtsgeschäftes in Aachen.

„Der Einzelhandel ist sehr zufrieden, besonders die Woche zum dritten Advent war sehr stark“, resümiert Manfred Piana, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Aachen-Düren-Köln. Damit dürfte die Kaiserstadt einen satten Anteil an den rund 80 Milliarden Euro einfahren, die bundesweit vor Heiligabend in den Geschäften landen – ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ein weiterer Bundestrend ist in Aachener Schaufenstern gelandet: Modehäuser und Boutiquen locken schon vor Weihnachten mit hohen Rabatten. Bei Pelzen und Pullis purzeln die Preise. „Die Textilbranche hat sich im Dezember etwas schwerer getan – was sicherlich auch an den nicht gerade frostigen Temperaturen liegt“, bestätigt Piana. Eiskalt erwischt hat das Nikolausmützen-Verkäufer Rolf Lentzen auf dem Weihnachtsmarkt: „Letztes Jahr war super, diesmal ist es eine Katastrophe, totale Katastrophe“, stöhnt er.

Ansonsten ist die Stimmung aber in den rund 120 Buden vom Markt über den Katschhof bis zum Münsterplatz blendend: „Wir sind wirklich zufrieden, auch wenn ein paar regnerische Tage dabei waren“, sagt etwa Bonbon-Macher Hartmut Gerhards. Rund 1,5 Millionen Besucher strömen Jahr für Jahr zum Öcher Budenzauber, schätzt man. Dieses Jahr zählt Bustouristik-Chef Rolf Offermanns rund 1900 Busse – wieder mehr aus England, aber auch Holland, Belgien und Frankreich – auf dem Bendplatz. Das sind rund 150 mehr als 2011.

„Die Touristen lieben unseren Weihnachtsmarkt; und die Reiseveranstalter lieben den kostenlosen Busparkplatz in Aachen“, erklärt er. Das gibt es anderswo eben nicht. Die neue Printenbäckerei im Schatten des Doms, der expandierte Hexenhof mit gemütlicher Alm, köstliche Printen und Nougatspezialitäten, zehntausende Liter Glühwein – das läuft. „Nach unserem Eindruck war es werktags sogar voller als vergangenes Jahr – und endlich ist auch der Münsterplatz in den Abendstunden belebt“, freut sich Piana. Zum 30. Mal hat er – hier als Geschäftsführer des Märkte- und Aktionskreises City (MAC) – den Weihnachtsmarkt organisiert. „Das Konzept ist aufgegangen, wir freuen uns auf den Endspurt. Die Bilanz ist hervorragend, obwohl der Weihnachtsmarkt 2012 fast eine Woche kürzer als im Vorjahr ist“, sagt er. Am morgigen Sonntagabend, 20 Uhr, ist Schluss.

Doch am Montag, 24. Dezember, erwartet die Aachener Innenstadt vormittags noch den Ansturm der „Last-Minute-Shopper“. Die kämpfen dann auch um die 7000 Parkplätze in den Apag-Häusern. In der Regel ist erst das Rathaus-Parkhaus an der Mostard-straße, dann der Büchel dicht. Apag-Geschäftsführer Herbert Sliwinski rät zu „Park & Ride“-Arealen am Tivoli und Westfriedhof. Von dort können fünf Personen mit ihrem Parkticket kostenlos per Bus in die City rollen. Als Geheimtipp gilt das Bahnhof-Parkhaus an der Lagerhausstraße. Auch von dort geht‘s kostenlos in der roten Flotte bis zum Elisenbrunnen.

Eine schöne Bescherung gab‘s übrigens schon gestern Abend auf der Katschhof-Bühne. Christa Rosenbaum hat einen nagelneuen Mazda beim Gewinnspiel zum 40. Geburtstag des Weihnachtsmarktes gewonnen. Das Medienhaus Aachen spendete 500 Euro, ebenso das Autohaus Moll. Der MAC legte 1500 Euro für den guten Zweck drauf, und die Schausteller überreichten OB Marcel Philipp einen Scheck über 6000 Euro. Das Geld wird sicher gut investiert.

Das gilt leider nicht für die Beute der Taschendiebe. Vor Langfingern hatten Polizei und MAC im Weihnachtstrubel besonders eindringlich gewarnt. Fazit: 23 Taschendiebstähle registrierte die Polizei, kein Täter wurde gefasst. 2011 schrieb man noch 45 Anzeigen – also eine positive Entwicklung. Jan, Lilly und Marie leeren ihr Hütchen trotzdem stündlich. Sicher ist sicher. Sieben Lieder haben sie einstudiert – mit der Alt-Blockflöte. Jetzt ist wieder ihr Lieblingssong an der Reihe: „Maria durch ein...“

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