Aachen - Bei Katzenrettung geht die Feuerwehr durch Wände

Bei Katzenrettung geht die Feuerwehr durch Wände

Von: Andreas Steindl
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Nach Stunden wieder in Freiheit: Die beiden Feuerwehrleute haben das Tier wohlbehalten wieder ans Tageslicht befördert. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Katze „Baghira” sorgte am Donnerstag für einen gut dreieinhalb Stunden dauernden Feuerwehreinsatz in der Hein-Janssen-Straße. „Kurz vor 16 Uhr ging der Notruf Katze in einem Kamin bei uns ein”, erinnert sich Einsatzleiter Günter Scholtes.

„Da sind wir sofort mit dem Leiterwagen losgefahren.” Doch vor Ort stellte sich die Situation sehr schwierig dar.

„Wir hatten das Dachfenster unserer Wohnung geöffnet, da ist die Katze aufs Dach raus” erinnert sich Halter Christian Brinkmann (22), während im Hintergrund mit schwerem Gerät ein Zugang zum Kamin freigestemmt wird. „Wir wollten sie noch einfangen, da sahen wir sie schon auf dem Belüftungskamin sitzen” sagt Katzenmutter Christina Berkle (18) völlig aufgelöst. „Dann fiel sie in den Schacht und wir waren völlig hilflos”, steht auch Brinkmann noch der Schock in den Augen.

Da konnte auch die Feuerwehr mit ihrem Leiterwagen nichts machen. Mühsam musste das richtige Kaminrohr gefunden werden: In neun verschiedene Rohre konnte die Katze gefallen sein. Um etwa 18 Uhr, der Einsatz dauerte da schon rund zwei Stunden, legte man dann in der fünften Etage die Kamine frei. „Da maunzt etwas” ist sich Nachbarin Eileen Bolz (18) sicher. Und tatsächlich: Der richtige Schacht war gefunden. Über einen Spiegel konnte man braun-weißes Fell erahnen.

Während Christina Berkle für alle wärmenden Tee kochte, zog das Feuerwehr-„Abreißkommando” eine Etage tiefer in die Wohnung von Khalid Fazil. Der Einsatz dauerte knapp drei Stunden, als der Bohrhammer genau richtig einschlug. Doch zunächst war durch das wenige Zentimeter große Loch nur braun-weißes Fell zu sehen. Ganz schön gequetscht hockte die Hauskatze zwischen den roten Porotonsteinen, das Fell voller Schutt und Staub. „Zum Dank wird sie uns jetzt kratzen” haben die Berufsretter gerade andere Sorgen.

Kurz vor 19 Uhr wird der erst ein Jahr alte Stubentiger „Baghira” dann aus seiner misslichen Lage befreit. „Damit ist der Einsatz beendet”, freut sich Scholtes, wieder ein Leben gerettet zu haben. Kosten für die Rettung werden auf die Katzenhalter nicht zukommen. Allerdings möchte Vermieter Khalid Fazil seinen nicht unerheblichen Schaden an zwei Wohnungen wieder repariert sehen...
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