Bei der U3-Betreuung soll es jetzt eine Projektgruppe richten

Von: Robert Baumann
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Den Rechtsanspruch erfüllen:
Den Rechtsanspruch erfüllen: Aachen braucht bis 2013 mindestens 371 Kitaplätze für Kinder unter drei Jahren. Foto: imago/HRSchulz

Aachen. Karl Schultheis blickt auf eine lange Liste, auf der er sich eine Reihe von Stichworten notiert hat. Zwei Stunden wurde diskutiert, verschiedene Einzelpunkte detailliert erörtert.

„Das war ein konstruktives Gespräch, und wir haben Ergebnisse erzielt, mit denen wir lokal und auf Landesebene antreten wollen”, erklärt SPD-Ratsherr und Landtagsmitglied Schultheis. In dem gemeinsamen Fachgespräch diskutierte Schultheis mit Martin Künzer, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der SPD, sowie verschiedenen Vertretern der freien Träger in Aachen, darunter die Arbeiterwohlfahrt, das Studentenwerk, der Sozialdienst katholischer Frauen und die Lebenshilfe Aachen. Zentrales Thema: Der Ausbau der Aachener Kinderbetreuung, allen voran der Jüngsten (U3), und die ordentliche Einbindung der freien Träger.

Um den ab 2013 geltenden Rechtsanspruch für U3-Kinder zu erfüllen, muss mindestens eine Versorgungsquote von 35 Prozent abgedeckt werden. 371 Plätze braucht Aachen. „Dieses Ziel können wir ohne die freien Träger aber nicht erreichen”, betont Künzer.

Die Verantwortlichen einigten sich auf die Einrichtung einer Projektgruppe zur Förderung des Ausbaus von U3-Betreuungsplätzen, die eine engere Zusammenarbeit von Stadt und den freien Trägern ermöglichen soll. „Alle am Prozess Beteiligten müssen an einen Tisch gebracht werden, und es müssen Gespräche auf Augenhöhe erfolgen”, sagt Schultheis. Die Idee der Bildung einer Projektgruppe soll dem Fachausschuss im Februar vorgeschlagen werden. Zudem wurde über die Finanzierung von Neubauten von Kindertagesstätten und den Umgang mit Investitionsmitteln beraten. „Hier könnten Leasing-Modelle, bei dem ein Investor baut und der Träger den Neubau durch einen Mietkauf erwerben kann, eine mögliche Lösung darstellen”, erläutert Schultheis.

Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen, sieht die freien Träger von der Stadt noch viel zu wenig in den Planungen berücksichtigt. „Wir fühlen uns außen vor. Die Stadt hat rund 10 Millionen Euro veranschlagt - aber nur für ihre städtischen Einrichtungen. Dabei stellen die freien Träger die Hälfte aller Einrichtungen”, kritisiert Frings.

Für die Zukunft will die Lebenshilfe sich integrativ aufstellen, Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreuen. „Der steigende Bedarf von U3-Plätzen gilt auch für behinderte Kinder. Ich brauche die Hilfe der Stadt und vom Jugendamt. Die Projektgruppe kann da eine Lösung sein”, sagt Frings.

Jetzt in die Haushaltsberatungen

Mit den Erkenntnissen des Fachgesprächs gehen die beiden SPD-Politiker am Wochenende in die beginnenden Haushaltsberatungen. „Die freien Träger wollen von der Stadt ernster genommen werden und die genauen Konditionen für einen möglichen Ausbau kennen. Eine Bezuschussung ist dringend notwendig”, betont Künzer. Viele freie Träger schleppten noch finanzielle Altlasten mit sich herum, die erstmal abgetragen werden müssten.

Die Stadt Aachen investiert für Neu- und Umbauten in den nächsten drei Jahren rund 14 Millionen Euro. Fünf Millionen Euro stehen bereits im Haushalt für das Jahr 2012.
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