Bei der Stadt Aachen werden 72 Mitarbeiter verabschiedet

Von: Tim Habicht
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Sie sind ab sofort ein Stück lebende Verwaltungsgeschichte: OB Marcel Philipp verabschiedete 72 ehemalige Mitarbeiter der Stadt Aachen im Rathaus. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Als Franz Josef Kuckelkorn mit 14 Jahren als Verwaltungslehrling in Laurensberg angefangen hat, spielte Alemannia Aachen noch in der Fußball-Oberliga. Genau 51 Jahre ist das her. Inzwischen hat sich die Alemannia aus den oberen Fußball-Ligen verabschiedet, man benutzt Computer anstatt Schreibmaschinen und die Einwohnerzahl Aachens hat sich beinahe verdoppelt.

Für Franz Josef Kuckelkorn und 71 weitere städtische Mitarbeiter endet nun ein Lebensabschnitt – es geht in die Rente.

Oberbürgermeister Marcel Philipp begrüßte die inzwischen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Weißen Saal des Aachener Rathauses. 18 unter ihnen waren rund 40 Jahre bei der Stadt Aachen beschäftigt. Viele kennen sich natürlich und suchten direkt das Gespräch miteinander. Genau das ist einer der Gründe dieser offiziellen Verabschiedung: „Alle sollen miteinander reden und sich darüber austauschen, was sie jetzt und in Zukunft unternehmen werden“, so OB Philipp.

Er habe im Vorfeld eine Liste mit den Namen erhalten, die ab 2013 nicht mehr im Dienste der Stadt stehen. „Darunter waren auch einige Menschen, mit denen ich selber zusammen gearbeitet habe. So wird aus dieser Namensliste etwas Persönliches, die Namen auf der Liste bekommen Gesichter“, beschrieb Marcel Philipp. Der Oberbürgermeister sprach nicht nur den menschlichen Verlust an, sondern machte deutlich, dass „viel Wissen und Erfahrung mit der Verabschiedung der 72 Mitarbeiter verloren geht. Und Erfahrungswissen lässt sich nicht so einfach ersetzen.“

Der Verlust von Erfahrung wiegt besonders schwer, wenn man unglaubliche 51 Jahre am Stück für die Stadt Aachen gearbeitet hat. So geschehen bei Franz Josef Kuckelkorn. „In meiner Anfangszeit in Laurensberg habe ich alle Abteilungen durchlaufen. Man musste das Geschäft von der Pike auf lernen. Später habe ich dann hauptsächlich beim Steueramt gearbeitet“, beschrieb der sympathische Jetzt-Rentner seinen Werdegang. Sein Arbeitsleben fasste er positiv zusammen: „Es war eine sehr, sehr schöne Zeit. Ich habe viel lernen können und das Miteinander mit den Kollegen war immer toll.“

Jetzt hat Franz Josef Kuckelkorn mehr Zeit für seine Leidenschaft: Sport und insbesondere Fußball. Seit 14 Jahren ist der ehemalige städtische Mitarbeiter ehrenamtlich Schatzmeister beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband. Für den Lebensabschnitt nach der Arbeit hatte Oberbürgermeister Philipp noch einen guten Ratschlag: „Nutzen Sie die vermehrte Zeit und tun Sie etwas, das sie tun möchten.“

Und genau das wird Franz Josef Kuckelkorn auch machen. Das nächste große Ziel ist bereits geplant: Im Sommer 2014 wird er mit seiner Frau zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien fliegen. Ganz ohne Urlaubsantrag. Die Zeit dazu hat er jetzt.

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