Bei Demo gegen Rechte zwischen Fronten geraten?

Von: wos/mik
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Aachen. Vor dem Jugendschöffengericht müssen sich seit Mittwoch sechs Jugendliche aus der Stadt und dem Kreis Aachen wegen Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz verantworten.

Die ursprünglich sieben vor Amtsrichterin Katrin Thierau-Haase angeklagten jungen Leute werden der rechtsextremen Szene zugeordnet und müssen sich wegen eines Überfalls am 27. März 2008 auf eine linke Demonstration verantworten.

Vermummte Gruppe stürmte los

An jenem Tag hatten antifaschistische Kräfte zu einer Demonstration gegen Rechts aufgerufen, wie es in der Anklageschrift heißt. Als die Demonstranten am Elisenbrunnen ankamen, stürmte eine Gruppe vermummter Rechter plötzlich auf sie zu, es begann eine Schlägerei.

Einer der Angeklagten war am Mittwoch nicht erschienen, deshalb begann der Prozess zunächst mit zwei längeren Unterbrechungen. Der Stolberger ließ über seine Eltern dem Gericht mitteilen, dass er krank sei, eine Stunde später faxte man dem Gericht ein Attest zu. Es ordnete seine unverzügliche Vorführung an, die Polizei konnte den Angeklagten jedoch nicht ausfindig machen, jetzt ist er zur Fahndung ausgeschrieben.

Einer der Angeklagten gab an, bei dem Überfall der Neonazis auf die Antifa-Demonstration nur zufällig zwischen die Fronten geraten zu sein. „Ich war mit einem Freund verabredet und wollte ihm in der Adalbertstraße entgegengehen”, beschrieb er der Richterin die Situation. Dann sei eine Gruppe an ihm vorbeigelaufen, in der er einen der jetzigen Angeklagten kannte. „Ich bin dann spontan mitgelaufen, das war jugendlicher Leichtsinn”, meinte der 20-Jährige. Auf der Wilhelmstraße seien sie von der Polizei festgenommen worden.

Die Mitangeklagten schweigen bislang zu den Vorwürfen. Der Prozess wird mit ersten Zeugen am 19. Mai fortgesetzt. Ferner stehen in der Sache noch Verfahren gegen mehrere mutmaßliche Angreifer aus.

Unter diesen erwachsenen Personen befindet sich nach Informationen unserer Zeitung auch der 2. stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Düren sowie „Kameradschaftsführer” der Neonazi-Gruppierung „Kameradschaft Aachener Land” (KAL), Ren L. aus Vettweiß.
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