Bei Alemannia hört die politische Freundschaft auf

Von: stm
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Baustelle Tivoli - nicht nur im wörtlichen Sinne: Uber die Frage, ob die klamme Stadt dem klammen Verein unter die Arme greifen soll, wird heftig Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eigentlich sollte alles möglichst lautlos hinter verschlossenen Türen besprochen werden. Daraus wurde nichts, das „Geheimtreffen” von Alemannia-Verantwortlichen mit Stadt und Politik war binnen Stunden öffentlich.

Samt Inhalt: Der Alemannia fehlen ungefähr neun Millionen Euro, sie hat deswegen die Stadt um Unterstützung gebeten. Das hat in ganz Aachen heftige emotionale und kontroverse Diskussionen ausgelöst. So auch in der Politik, die letztlich entscheidet. Aktueller Stand: Auch in den Fraktionen gehen die Meinungen weit auseinander.

Beleg dafür ist die FDP. Die schickte am Dienstag gleich zwei Stellungnahmen - eine von Fraktionschef Wilhelm Helg, eine von Ratsfrau Sigrid Moselage. Helg: „Ich persönlich wäre grundsätzlich bereit, dem Hilfeersuchen von Alemannia Aachen nachzukommen.” Die Alemannia sei „einer der herausragenden Werbeträger der Stadt und somit für Aachen von elementarer Bedeutung”. Einschränkung: Der städtische Etat dürfe nicht wieder genehmigungspflichtig werden.

Moselage erklärt hingegen: „Eine vorbehaltlose Unterstützung um jeden Preis werde ich garantiert nicht mittragen. Sorgfalt und das Gesamtwohl der Stadt sind ausschlaggebend.” Alemannia sei „zwar immer Emotion, aber ich bin der Meinung, dass man in Geldangelegenheiten sachlich sein muss”. Die Ratsfrau betont überdies, dass elementare Fragen ungeklärt seien. Beispiel: „Unterstützen wir den Verein mit seinen vielfältigen Aktivitäten und seiner wichtigen Jugendarbeit? Oder finanzieren wir mittelbar den - in einer GmbH organisierten - Profi-Fußball?”

Solche Fragen sind auch in den anderen Fraktionen aufgekommen. Auch deswegen, weil bei dem Treffen am Donnerstag wichtige wirtschaftliche Zahlen seitens der Alemannia nicht auf den Tisch gelegt wurden. Ohne dies, so heißt es zum Beispiel bei den Grünen, sei eine Hilfe ohnehin nicht denkbar. Und: Einen reinen Zuschuss der Stadt werde es nicht geben. Wobei auch bei den Grünen - wie bei der SPD und der CDU - das Bild uneinheitlich ist, ob man der Alemannia angesichts des maroden städtischen Etats überhaupt unter die Arme greifen kann. A

uch die Linke bekundet, dies „sehr kritisch” zu sehen. Der Alemannia jedenfalls mangelt es nicht an Selbstbewusstsein beim Werben um Unterstützung. Beim Treff im Rathaus bekundete ein Verantwortlicher des Clubs, es gebe in Aachen „ein bisschen CHIO, ein bisschen Karlspreis, ein bisschen Wider den Tierischen Ernst - und ganz viel Alemannia”.
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