Behördenurteil zur Monschauer Straße: „Unauffällig”

Von: Stephan Mohne
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Aachen. 18 Unfälle mit Verletzten hat es auf der Monschauer Straße gegeben - alleine in den ersten sieben Monaten dieses Jahres.

Auch im vergangenen Jahr kam es immer wieder zu schweren Zusammenstößen auf der Landstraße 233: zwei Verletzte am 15. Dezember, zwei Verletzte am 26. Oktober, vier Verletzte am 22. Mai, fünf Verletzte am 4. April - um nur Beispiele zu nennen. Trauriger Höhepunkt dieser Bilanz war der Montag dieser Woche mit 15 Verletzten bei zwei schweren Unfällen.

Wie berichtet war an der Pascalstraße ein Gelenkbus eines Simmerather Unternehmens auf eine Warteschlange aufgefahren und hatte sechs Autos ineinander geschoben. Zwölf Verletzte, 100.000 Euro Schaden - so die Bilanz. Abends dann hatte ein 21-Jähriger aus Konzen zu einem waghalsigen Überholmanöver angesetzt und war frontal in einen entgegenkommenden Wagen gekracht. Wieder gab es drei Verletzte.

Über die gesamte Länge

Welche Konsequenzen werden jetzt daraus gezogen? Muss die Straße „entschärft” werden? Die Aussagen der Stadt und der Polizei zu diesen Fragen deuten darauf hin, dass die Antwort „Nein” lautet. „Die Monschauer Straße ist in der Vergangenheit eher unauffällig gewesen”, sagt Rita Klösges vom Presseamt nach Rücksprache mit den Verkehrsexperten der Stadtverwaltung. Trotz der hohen Unfallzahlen ist das auch der Tenor bei der Polizei: „Die Unfälle haben sich über die gesamte Länge der Straße ereignet. Die Ursachen waren außerdem höchst unterschiedlich”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen.

Ob die jüngsten Unfälle in der „Unfallkommission”, in der auch die Stadt und die Polizei sitzen, erörtert werden, ist laut Rita Klösges offen. Man werde erst die polizeilichen Ermittlungen zu den Unfallursachen abwarten. Laut Paul Kemen wird die Polizei einen Teil der Monschauer Straße in der Kommission thematisieren, nämlich die Einmündung Raafstraße. Dort ist es gehäuft zu Abbiegeunfällen gekommen.

Bremste der Bus oder nicht?

Hinsichtlich der Unfallursachen von Montag sind noch Fragen offen. Unklar ist laut Polizei, warum der Busfahrer das Ende der Autoschlange an der Ampel „übersah”. Unklar ist auch, ob er noch eine „Notbremsung” einleitete, wie er selbst sage. Die Polizei fand zwar eine zehn Meter lange „Brems- und Kratzspur”. Ob diese aber vom Bremsen oder einem Blockieren der Räder nach dem Aufprall herrührt, klärt ein Sachverständiger.

Auch die Tachoscheibe wurde zwecks Kontrolle der Geschwindigkeit beschlagnahmt. Bei dem Unfall am Abend war wohl „deutlich überhöhte Geschwindigkeit” laut Polizei die Ursache. Zeugen haben ausgesagt, dass der 21-Jährige Verursacher schon in Roetgen „gedrängelt” habe und dann die Himmelsleiter hinunter gerast sei. Er schwebt nach gestrigem Stand noch in Lebensgefahr. Ebenso zwei Frauen aus Raeren, auf deren Wagen der Bus geprallt war.
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