Begegnungsprojekt: „Es tut sich langsam etwas im Ostviertel“

Von: Nina Krüsmann
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Marianne Kuckelkorn, Fabrice Baumgarten und Jennifer Darkwah (stehend, von links) stellen das neue generationsübergreifende Projekt „Menschen begegnen sich in Aachen-Ost“ vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es ist ein menschliches Grundbedürfnis, sich auszutauschen, sich zu begegnen und am sozialen Leben teilzuhaben. Dies gerade in der heutigen Zeit zu fördern, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Pluspunkt-Begegnungszentrum Aachen-Ost und die Offene Tür (OT) Josefshaus haben deshalb das gemeinsame Projekt „Menschen begegnen sich in Aachen-Ost“ gestartet.

Das Begegnungszentrum ist in Trägerschaft des Kreisverbandes Aachen-Stadt der Arbeiterwohlfahrt. Das Pilotprojekt läuft seit Ende November und verfolgt den Wunsch, dass ältere Leute nicht allein in den eigenen vier Wänden bleiben, sondern mitten im Geschehen dabei sind.

„In Beziehung bringen“

„Wir sind daran interessiert, die Menschen unterschiedlicher Generationen und unterschiedlicher Herkunft in Beziehung zu bringen. Die Idee entstand bei einer Sitzung der Stadtteilkonferenz Aachen-Ost-Rothe Erde“, erklärt Marianne Kuckelkorn, Koordinatorin im Begegnungszentrum. Es sei vielfach von den Sorgen der Seniorinnen und Senioren berichtet worden, die, sobald es dunkel wird, aus Angst das Haus nicht gerne verlassen.

Diese Berichte lösten den Impuls aus, wieder einmal ein generationsübergreifendes Projekt zu starten. Die Partizipationsgruppe der OT Josefshaus, bestehend aus derzeit 20 jungen Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren unterschiedlicher Herkunft, war spontan begeistert sich einzubringen.

Und so wollen sie auch bei kleinen Besorgungen oder kleinen Erledigungen helfen. Das Eindrehen einer Glühbirne oder ähnliches fällt den älteren Herrschaften ja häufig schwer. Über Fabrice Baumgarten, Student der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule Aachen, und Jennifer Darkwah, Sozialarbeiterin in der OT Josefshaus, entstand schließlich die Idee zu dem neuen Projekt. „Einen ähnlichen Austausch hat es so noch nie gegeben. Neu ist der nachhaltige Charakter“, betont Jennifer Darkwah beim bislang vierten Treffen.

An einem großen Tisch sitzen alle bei Kaffee und einem kleinen Imbiss zusammen. Zuvor haben die Senioren bereits das Josefshaus besucht und es bei einer kleinen Führung kennengelernt. „Und einmal waren wir lecker zusammen essen. In nächster Zeit möchten wir uns regelmäßig alle zwei bis drei Wochen treffen, Bingo spielen oder kegeln, kochen oder im Sommer grillen“, erzählt Jennifer Darkwah.

Der Begegnungsgedanke zählt

„Wir haben mittlerweile auch Anfragen von Migrantenseniorinnen. Es tut sich langsam etwas im Viertel. Negativen Einflüssen – wie zum Beispiel die Rockerbanden – wollen wir Positives entgegensetzen. Man ist hier mittendrin und muss das beste draus machen“, sagt Kuckelkorn. Es sei der Begegnungsgedanke, der zählt, um Gesellschaft zu gestalten.

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