Aachen - Bedarf an und bei Erzieherinnen

Bedarf an und bei Erzieherinnen

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Erzieherinnen und Erzieher sind belastbar. Das ist schon von Berufs wegen so. Doch irgendwann ist das Maß voll. 2009 war es soweit. Bundesweit streikten Kindergärten. Das saß. Die Erzieherinnen und Erzieher erstritten den Tarifvertrag „Gesundheitsschutz im Sozial- und Erziehungsdienst“, der im November 2009 in Kraft getreten ist.

Die Anforderungen an den Beruf werden im Zuge des U3-Ausbaus immer komplexer. Laut einer Umfrage des DGB rechnen bundesweit etwa 62 Prozent aller Erzieher damit, ihren Beruf nicht bis zum Rentenalter ausüben zu können. Um die 850 Beschäftigten darüber zu informieren, was sich in den dreieinhalb Jahren nach der Einführung getan hat und in den kommenden Jahren tun wird, luden Personalrat und der Fachbereich Personal und Organisation der Stadt in den Eurogress ein.

Wie wichtig den Beschäftigten das Thema ist, bewies die hohe Teilnehmerzahl. 500 Erzieherinnen und Erzieher hatten die Eltern überzeugen können, die Kitas einen weiteren Nachmittag zu schließen, um bei der Infoveranstaltung dabei sein zu können. Gemeinsam mit der Barmer GEK hat die 2010 gegründete betriebliche Kommission „Gesundheitsschutz im Sozial- und Personaldienst“, besetzt mit Vertretern des Personalrats und Arbeitgebervertretern, eine breit angelegte Befragung für die Beschäftigten in den Aachener Kindertagesstätten vorbereitet. Der Fragebogen erfasst unter anderem den persönlichen Gesundheitszustand und die Belastungen am Arbeitsplatz.

Außerdem soll im Mai eine Begehung aller Kitas stattfinden, alle Gefährdungsbeurteilungen werden noch einmal überprüft. Im Januar 2015 soll die Aktion abgeschlossen sein. Im Februar 2015 soll eine neue Befragung zeigen, was wie umgesetzt wurde. Personalratsvorsitzende Karola Hoch: „Die hohe Teilnehmerzahl heute zeigt, wie hoch motiviert die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind.“

Dass auch Stellenmangel im unmittelbaren Zusammenhang mit der Gesundheit steht, machten die Teilnehmenden auf ihre Weise deutlich. Bunte Papptafeln, versehen mit Aufschriften wie „Notdienst“, „Krank“ oder „Dienstfrei“ auf mehreren Sitzen im Saal sollten verdeutlichen, was der Ausfall von Kolleginnen vor Ort bedeutet. Ein sichtbares Zeichen nicht zuletzt für Personaldezernent Lothar Barth. Er bestätigte die Zusage von 15 Stellen, die die Schwankungen im Stellenbedarf durch die Kibiz-Berechnungen abmildern sollen.

Er wiederholte, dass sich Marcel Philipp für die Bereitstellung von 700.000 Euro für die Einstellung von Küchenhilfen ausgesprochen habe. Nicht ganz so euphorisch fiel seine Stellungnahme zu den 80 fehlenden Stellen in den Kitas, die eine interne Untersuchung ergeben hatte. Sofort ließe sich dieser Mangel auf keinen Fall beheben, Politik und Verwaltung seien aber im ständigen Gespräch.

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