„Be(t)reutes Wohnen“: Wenn dubiose Rentner-WG zum Reinfall wird

Von: Günther Sander
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Chaos statt Reibach in der Rentner-WG: Die HTV-Komödianten begeisterten das Publikum mit ihrem neuen Stück „Be(t)reutes Wohnen“ bei zwei Aufführungen. Foto: Andreas Schmitter

Haaren. „Be(t)reutes Wohnen“ auf lustige Art ist in der Haarbachtalhalle angekommen. Was Wolfgang Bräutigam, Autor der Komödie, vorgegeben hat, wurde von den Komödianten des Haarener Turn-Vereins (HTV) unter der Regie von Lissy Hermanns köstlich zubereitet und schmackhaft serviert.

Da blieb kein Auge trocken, so dass am Ende die Besucher nicht mit Beifall geizten, den das agile Ensemble sich redlich verdient hatte. Köstlich, chaotisch, quirlig ging es auf der Bühne zu. Dort agierten kauzige Typen, sorgten für Gelächter und Schenkelklopfen. Denn Verwechslungen, Anschuldigungen, heitere Situationen gaben der Komödie die richtige Würze, da war Lachen angesagt. Wen wunderte es, dass so mancher vermeintlich gut gedachte Plan kräftig in die Hose ging.

Fast drei Stunden lang ging es rund. Und alles nur, weil durch einen Fehler eines PC-Freaks das von ihm aufgegebene Inserat versehentlich in der Rubrik „Bekanntschaften“ veröffentlicht wurde. Da sind auch noch der um seine Pflegestufe pokernde Karlheinz Schmucker (Hans Offermanns) und der wohlerzogene Pantoffelheld Otto Kaiser (Manfred Hermanns), die es faustdick hinter den Ohren haben.

Schmucker sucht sich den seriösen, jung gebliebenen Rentner Franz Krüger (Fritz Offermanns) aus, beide wollen bewusst am demografischen Wandel verdienen, mieten ein größeres Haus, das soll zu ordentlichem Geld an mehrere Bewohner für eine Rentner-WG mit dem Plus Betreutes Wohnen zur Verfügung stehen.

Verwechslung unvermeidlich

Natürlich erweist sich das Vorhaben als Reinfall. Die Haushaltsregeln, die Hausarbeiten, da gerät einiges in Schieflage. Der schlitzohrige Schmucker stellt vorsorglich schon mal einen gefälschten Antrag auf „Pflegegrad fünf“. Doch flott ist der Medizinische Dienst der Krankenkasse zur Stelle. Claudia Schreiner (Lissy Hermanns), eine gewissenhafte Prüferin, geht der Sache auf den Grund.

Wenn dann noch Franziska Waldmann (Martina Senger) vom seriösen „Begleitservice Honeymoon“ auf ein falsches Inserat hin auftaucht und Tierärztin Sabine Grüner (Yasmine Fasters) mit der Prüferin Schreiner verwechselt wird, ist das Chaos komplett.

Wenn insgesamt zwölf Akteure auf der Bühne in unterschiedliche Rollen schlüpfen und agieren, müssen sich die Zuschauer auf einiges gefasst machen. So etwas kann zwangsläufig nur dazu führen, dass Verwechslungen unvermeidlich sind. Es herrscht ein heilloses Durcheinander. Was letztlich die Frage aufwirft, ob „Betreutes Wohnen“ oder „Bereutes Wohnen“ die bessere Lösung ist. Der HTV jedenfalls entschied sich für „Be(t)reutes Wohnen“ und lag damit genau richtig.

Regisseurin und Schauspielerin Lissy Hermanns hatte jedenfalls mal wieder genau das richtige Stück ausgewählt. „Und das nun schon zum fünften Male“, bescheinigte erster Vorsitzender Karl-Heinz Starmanns stolz. Mit Bockwurst, Sekt und Bier feierten am Ende nach stürmischem Beifall für das gesamte Ensemble Besucher und Mimen den Erfolg zweier schöner Aufführungen.

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