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Baustopp kostet weitere 2,5 Millionen Euro

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Ein Baustopp und seine Folgen: Der Bau des TH-Hörsaalzentrums an der Claßenstraße (kleines Bild) ruht wegen Vergabebeschwerden. An der Schinkelstraße wird deswegen jetzt für 2,5 Millionen Euro ein Seminargebäude gebaut, das dann irgendwann wieder abgerissen wird. Foto: Michael Jaspers
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Ein Baustopp und seine Folgen: Der Bau des TH-Hörsaalzentrums an der Claßenstraße (kleines Bild) ruht wegen Vergabebeschwerden. An der Schinkelstraße wird deswegen jetzt für 2,5 Millionen Euro ein Seminargebäude gebaut, das dann irgendwann wieder abgerissen wird. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Am neuen Hörsaalzentrum an der Claßenstraße passiert so gut wie nichts. Keine Arbeiter, kein Fortschritt – und doch verschlingt der Rohbau dessen, was eines der größten und modernsten Hörsaalzentren Europas mit rund 4000 Plätzen werden soll, eine Million Euro nach der anderen. Zumindest indirekt.

Während die Zahl der Studierenden durch den doppelten Abiturjahrgang laut RWTH mit über 40.000 einen „historischen Höchststand“ erreicht hat, gibt das Gebäude, das genau diese Situation entschärfen sollte, ein klägliches Bild ab. Der Bau ruht nach drei Vergabebeschwerden – und wird dies auf unabsehbare Zeit tun. Die Folge: ein eklatanter Mangel an Räumen, in denen die Studierenden lernen.

Deswegen ist für rund zwei Millionen Euro bereits auf dem Republikplatz eine Leichtmetallkonstruktion hochgezogen worden, in der mit zwei Hörsälen und insgesamt 1000 Plätzen die Raumnot zumindest ein bisschen gelindert werden soll. Allerdings gilt das nur für größere Vorlesungen. Große Not herrscht indes auch hinsichtlich kleinerer Seminarräume. Deswegen muss die RWTH jetzt noch einmal 2,5 Millionen Euro für eine „Notunterkunft“ in die Hand nehmen. Diese Summe nannte TH-Sprecherin Renate Kinny am Mittwoch auf Anfrage.

Gebaut wird ab sofort auf dem Parkplatz hinter dem Reiffmuseum an der Schinkelstraße nahe dem TH-Hauptgebäude – und zwar ein 75 Meter langes und zwölf Meter breites Gebäude, das acht Seminarräume mit jeweils rund 80 Quadratmetern Fläche beheimaten wird. Der Bau hat nebenbei zur Folge, dass etwa bis April, wenn mit der Fertigstellung des „Interimsgebäudes“ gerechnet wird, der dortige Parkplatz als solcher nicht mehr genutzt werden kann. Die Hochschulleitung veweist in Bezug darauf auf das Parkhaus an der Professor-Pirlet-Straße. „Die entsprechenden Ausweichrouten und Fußwege werden in Kürze ausgeschildert“, so Kinny.

Das Trauerspiel um das Hörsaalzentrum Claßenstraße erreicht mit der neuerlichen Entwicklung indes einen weiteren kuriosen Höhepunkt. Denn es sei daran erinnert: Erste Verzögerungen hatte es einst gegeben, weil der ursprüngliche Entwurf nicht im Kostenrahmen von immerhin 45 Millionen Euro verwirklicht werden konnte.

Alleine die beiden jetzigen kurzfristigen Notmaßnahmen entsprechen jedoch bereits zehn Prozent der Gesamtkosten des schmucken Neubaus, in dem auf 14.000 Quadratmetern Fläche elf Hörsäle (die größten mit 800 und 1000 Plätzen) 16 Seminarräume, eine Pausenhalle mit Café, Bereiche für die Physiksammlung, Lager- und Arbeitsräume Platz finden sollen.

Und die Kostenspitze der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. Dauert das Vergabeverfahren noch lange, könnten andere Aufträge nichtig werden. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) als Bauherr müsste dann wieder neue Ausschreibungen starten. Im Moment jedenfalls, so sagt es BLB-Sprecher Bernd Klass auf Nachfrage, geht schon rein rechtlich kaum etwas in Sachen Neubau. Das Verfahren könne sich jedenfalls noch ziehen, so Klass.

Wann also endlich die einst für Ende 2013 geplante Eröffnung gefeiert werden kann, steht in den Sternen. Wenn es soweit ist, werden die beiden Notbauten für 4,5 Millionen Euro übrigens wieder abgerissen.

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