Baustellen: SPD und Stadt auf Frontalkurs

Von: Stephan Mohne
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Insbesondere den Bereich Lagerhausstraße/Boxgraben sowie etwas oberhalb den Krugenofen sollte man nur befahren, wenn man unbedingt muss. Dort staut es sich täglich. Foto: AZ

Aachen. Mit Vollgas fährt die SPD auf Frontalkurs gegen die Stadtverwaltung. Auf die Baustellen haben es die Sozialdemokraten abgesehen - und so fand die entsprechende Pressekonferenz am Dienstag ziemlich genau da statt, wo man das größte Chaos befürchtet: am Dreiräubereck im Bereich Karmeliterstraße/Boxgraben.

Ein Unding sei es, dass just zum Weihnachtsgeschäft und -markt der Boxgraben zwischen Marschiertor und Karmeliterstraße zur Einbahnstraße werde. „Das hätte man zeitlich besser koordinieren und notfalls früher anfangen müssen”, wetterten die Ratsleute Norbert Plum, Heike Wolf und Claus Haase unisono. So sei die Ab- und Anfahrt vom und zum Hauptbahnhof massiv erschwert. Die Stadt konterte: „Die Baustelle dauert ein Jahr. Ein Weihnachtsgeschäft hätte es also sowieso getroffen - ob dieses oder nächstes Jahr”, so Axel Costard vom Presseamt.

„Vernünftige Jahresplanung”

Die SPD schreibt der Verwaltung indes ins Stammbuch, kein vernünftiges Baustellenmanagement zu betreiben. Die Stadt schaffe es einfach nicht, die Belastung für die Verkehrsteilnehmer zu minimieren: „Unkoordiniert wird eine Baustelle nach der anderen angefangen”, so Fraktions-Vize Norbert Plum. Gegen Baustellen an sich sei die SPD natürlich nicht, die müssten sein. „Aber man vermisst eine vernünftige Jahresplanung”, fügte Claus Haase an. Zum Beispiel habe man mit den parallelen Baustellen Erzbergerallee, Karl-Marx-Allee und Krugenofen Burtscheid „abgeschnitten”. Die Brücke Halifaxstraße sei seit mehr als einem halben Jahr gesperrt, obwohl die Bauzeit auf drei Monate angelegt gewesen sei. Und auf die City komme ohnehin in Sachen Weihnachtsmarkt noch Zusatzverkehr hinzu. So wolle ein Busunternehmer einen Pendelbusservice vom Bendplatz zum Markt einrichten.

Umweltpolitikerin Heike Wolf führte ins Feld, dass man seit Jahren gegen die Luftbelastung und die drohende Umweltzone kämpfe. Dazu müsse der Verkehr auf den Ringen aber flüssig fließen. Stillstand sei kontraproduktiv. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit bekam auch Kritik ab: „Im Koalitionspapier steht das mit dem Baustellenmanagement. Man merkt nur nichts davon”, so Plum.

„Intensives Baustellenmanagement”

Die Verwaltung will die Vorwürfe der SPD indes nicht hinnehmen. Es gebe ein intensives Baustellenmanagement. Mit einigen Maßnahmen - oberer Boxgraben etwa - sei man vor der Zeit und preisgünstiger fertig geworden. Auch die Karmeliterstraße sei pünktlich vor dem Weihnachtsmarkt soweit, provisorisch geöffnet werden zu können. Dafür gab es auch ein Lob an die Baufirma von Dezernentin Gisela Nacken. Die Kleinkölnstraße soll kommende Woche fertig sein.

Zum Boxgraben gibt es regelmäßige Baubesprechungen. Die Einbahnregelung soll früher als geplant - wohl in zwei Wochen - kommen. Um den Verkehr ab Hauptbahnhof zu entzerren, soll die Wallstraße wieder offen sein. Auch die Ampelschaltung Ecke Karmeliterstraße sei geändert worden, sagte Sachgebietsleiter Karlheinz Ophey.

Die Verzögerung an der Halifaxstraße sei erklärbar, so Axel Costard. Man habe entdeckt, dass die Köpfe der Pfeiler verrostet sind. Bauen könne man dort nur in Abstimmung mit der Bahn - das sei kompliziert. Die Stawag, die auch mächtig buddelt, teilte mit, dass die Baustelle Erzbergerallee nach einem Jahr nun bald fertig ist. Die Aseag soll schon nächste Woche dort wieder rollen, der „Rest” im Dezember.

Dann gibt es noch Baustellen ohne Beteiligung von Stadt/Stawag. Zügig voran geht es bei der Verlegung von Glasfaserkabeln durch NetAachen an mehreren rasch wechselnden Stellen. Eine Großbaustelle ist neu an der Breslauer Straße. Dort wird vom privaten Bauherren eine neue Zufahrt zum Hirsch-Center gebaut. Auch die Maßnahme auf der Adenauerallee zwischen Siegel und Buschhausen ist privat. Dort wird ein Kanal-Hausanschluss verlegt.
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