Aachen - Baustellen in Aachen: Das große Warten und Fluchen

Baustellen in Aachen: Das große Warten und Fluchen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
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Engpässe: Auf der Krefelder Straße baut der Landesstraßenbaubetrieb einen Radweg. Es gibt eine Spur weniger. Foto: Andreas Steindl
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An der Ludwigsallee werden bis Ende der Woche Hausanschlüsse erneuert. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Flüche, die mancher Autofahrer derzeit von sich gibt, wären wohl eher nicht druckreif. Reihenweise wird an und auf Aachens Straßen gebaut, gefühlt fährt man von einer Verkehrsbehinderung in die nächste – das große Warten jeweils inbegriffen.

Dicke Brocken sind dabei, aber auch eher kleinere Baustellen, die trotzdem das Zeug dazu haben, vor allem zu Stoßzeiten den Verkehr auf wichtigen Achsen lahmzulegen. Insgesamt sind im „Baustelleninformationssystem“ der Stadt derzeit rund 80 Maßnahmen im Stadtgebiet aufgelistet – von unterschiedlichen Akteuren wie der Stawag, der Stadt selber oder auch dem Landesbetrieb Straßenbau (Straßen.NRW).

Letzterer sorgt derzeit für die größten Schimpftiraden. Urplötzlich rückten in der vergangenen Woche auf der Krefelder Straße stadteinwärts Bautrupps an. Zwischen der Autobahnabfahrt und dem Eulersweg wurde eine Baustelle eingerichtet. Mit im Wortsinn weitreichenden Folgen, handelt es sich doch um eine der meistbefahrensten Einfallstraßen Aachens überhaupt. Eine offizielle Mitteilung hatte es im Vorfeld dazu nicht gegeben, lediglich Landtagsabgeordneter Karl Schultheis (SPD) teilte Ende Oktober unter Berufung auf „informationen von Straßen.NRW“ mit, dass diese Baumaßnahme „kurzfristig“ starten werde.

Neuer Fahrradweg am Eulersweg

Er teilte dies deswegen mit, weil sie eigentlich auf einen bereits zwei Jahre alten Antrag von CDU und SPD zurückgehen. Hintergrund ist, dass der Geh- und Radweg an der Krefelder Straße zwischen der Zufahrt zur JVA und dem Eulersweg in miserablem Zustand war und der Radweg quasi im Nichts endete. Das wird jetzt geändert. Bleibt die Frage: Warum ausgerechnet in der verkehrsmäßig ohnehin am stärksten belasteten Vorweihnachtszeit? Denn mit der Baumaßnahme ist eine Fahrspur der Krefelder Straße weggefallen. Im Berufsverkehr staut sich das Blech bis weit hinter Kaisersruh – und zudem auch in zeitweise gefährlicher Weise auf der Autobahn.

„Andere Zeitpunkte wie etwa während des Reitturniers wären auch schlecht“, sagt Bernd Aulmann, Sprecher der für Aachen zuständigen Straßen.NRW-Niederlassung Ville/Eifel in Euskirchen. Und vor allem sei man davon abhängig, wann die beauftragten Baufirmen können. Aulmann geht davon aus, dass „sich das Ganze dort in den kommenden Tagen entzerren wird“. Die Baustelle sei erst wenige Tage eingerichtet, darauf müssten sich auch die Autofahrer erst einmal – etwa in Form von anderen Fahrtwegen – einstellen. Unter dem Strich sei die Maßnahme insbesondere für die Radfahrer erfreulich, die pünktlich zum Frühjahr einen neuen Radweg hätten. Die Baustelle soll nämlich Ende Februar beendet sein.

Schlechte Koordination

Bei der Stadt ist man dennoch unglücklich über den Zeitpunkt dieser „Chaosbaustelle“, wie Harald Beckers vom Presseamt sagt: „Das ist in der Koordinierung nicht gut gelaufen.“ Um dieses Chaos zu lindern, wird jetzt die Ampelschaltung geändert. Unglücklicherweise führte das an den vergangenen zwei Tagen auch noch dazu, dass die Ampel gleich ganz abgeschaltet werden musste – mit den entsprechenden Auswirkungen auf eine der meistbefahrensten Kreuzungen der Stadt.

Aber das ist eben bei weitem nicht die einzige Baustelle. Gleich um die Ecke herum ist der Prager Ring auch noch auf eine Fahrspur verengt. Wenige hundert Meter entfernt an der Kreuzung Monheinsallee/Sandkaulstraße gibt es eine „Notbaustelle“ der Stawag, weil dort eine Leitung repariert werden muss. Auch dort ist die Fahrbahn vereengt. Was ebenfalls für die Ludwigsallee gilt, wo Hausanschlüsse erneuert werden. Diese Verkehrsbeeinträchtigung ist laut Harald Beckers nur noch für diese Woche genehmigt und soll dann wieder beseitigt sein.

Verkehrschaos in Haaren

In Haaren befürchtet man indes auch noch mehr Verkehrschaos als ohnehin schon. Dort sind zwei Ampelanlagen an der Alt-Haarener-Straße aufgebaut worden, die laut Presseamt aber nichts damit zu tun, dass dort Fahrspuren wegfallen. Vielmehr müsse im Zuge der dortigen Kanalarbeiten ein Gehweg komplett gesperrt werden. Die Fußgänger sollen dann an den Ampeln die Straße sicher queren können. Dem Verkehrsfluss dürfte das dennoch nicht dienlich sein. Und dann gibt es noch große Dauerbaustellen. Darunter jene an der Kurbrunnenstraße, die seit Monaten zu Sperrungen und Umleitungen führt. Sie wird auch noch einige Monate bleiben.

Für Verwirrung sorgt dabei bisweilen das – eigentlich sehr detailreiche – Baustelleninformationssystem der Stadt. Dort kann man jede einzelne Baumaßnahme anklicken und erhält Informationen, die aus den Verkehrsanordnungen der Stadt stammen. Unter anderem sieht man, wer weshalb wie lange baut und wer der Auftraggeber ist. Für weitere Informationen ist dann noch die Internetseite des Bauherrn angegeben – oftmals ist das www.stawagbaut.de. Da allerdings findet man dann in erster Linie zu größeren und längeren Baumaßnahmen Infos, nicht aber zu kleineren wie etwa jenen an der Monheims- und Ludwigsallee.

„Das wäre auch gar nicht leistbar“, sagt David Lulley, Baustellenkoordinator der Stawag. Für die Beantwortung aller Detailfragen gebe es aber die Hotlines unter den Telefonnummern 0241/181-1444 für Privatleute und 0241/181-1441 für Geschäftsleute. Dass die Verlinkung aller Baustellen Verwirrung stiften kann, räumen Stadt wie Stawag indes ein. Und wollen sich darüber jetzt nochmal austauschen.

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