Aachen - Baustellen: Im Sommer wird heftig gebuddelt

Baustellen: Im Sommer wird heftig gebuddelt

Von: Oliver Schmetz
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Baustellen in der Innenstadt: An der Jakobstraße (1) beginnt die Stawag im August mit der Kanalsanierung, Im Hof (2) dauert diese schon seit zwei Jahren an, an der Hartmannstraße (4) und der Franzstraße (5) will man mit den Kanal- und Leitungsarbeiten im August fertig werden. Kurz danach, im September, will die Stadt die Stiftsumfahrt (3) vor dem Aquis Plaza neu gestalten. Foto: Grafik: Horst Thomas
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Dauerbaustelle: Seit einem knappen Jahr wird auf der Alt-Haarener-Straße gebuddelt, bis Mai 2016 soll es so weitergehen. Foto: Michael Jaspers
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Fertigstellung in Sicht: Die Kanalarbeiten an Elisenbrunnen und Hartmannstraße sollen laut Stawag voraussichtlich bis Ende August beendet werden. Foto: Michael Jaspers
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Verkehrsbehinderungen: An der Krefelder Straße rücken die Bagger wegen Kanalarbeiten ebenfalls Ende August an. Zum Teil werden dort Fahrspuren wegfallen. Foto: Michael Jaspers
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Vollsperrung: Der Europaplatz wird wegen Asphaltarbeiten zwei Wochen lang dicht gemacht – aber erst Ende August, nach den Sommerferien und der Reit-EM. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Manchmal ist das mit dem Planen von Baustellen in Aachen so eine Sache. Zum Beispiel am Hof: Dort saniert die Stawag seit Juni 2013 unterirdisch den Kanal. Damals rechnete man mit zwölf Monaten Bauzeit – falls man nicht auf archäologische Funde stoße.

Diese kühne Kalkulation war schnell ein Fall für die Tonne: Erst fand man historische Kanäle – aber nicht jene, welche man sanieren wollte –, dann stieß man auf römische Reste, dann auf karolingische Knochen. Und schließlich ging die Baufirma pleite – womit der Hof auch zwei Jahre nach Baubeginn zu den brandaktuellen Aachener Baustellen gehört.

Doch auch wenn das Planen manchmal schwierig ist, hört man in Aachen natürlich nicht damit auf. Im Gegenteil. Im Grunde wird permanent geplant, stimmen sich Stadtverwaltung, Stawag und der Stadtbetrieb, der für Asphaltarbeiten zuständig ist, fortwährend ab. So seien, lege man einen Zeithorizont von drei bis fünf Jahren zugrunde, stets etwa 200 Baumaßnahmen in Planung, erklärt Wolfgang Raabe, Leiter Netzplanung und Bau bei der Stawag.

Die hohe Zahl verwundert allerdings nicht, wenn man den Sanierungsbedarf berücksichtigt. Die Stawag muss 8000 Kilometer Leitungen instand halten, davon 800 Kilometer Kanäle. Zum Vergleich: Aachens Straßennetz umfasst 790 Kilometer. „Damit liegen in Aachen in jedem Meter Straße zehn Meter Leitungen“, rechnet Raabe vor.

Erneuert werden müssten pro Jahr 200 Kilometer Leitungen. Auf Seiten der Stadt stehen dem rund 20 Kilometer Straße gegenüber, die jährlich saniert werden müssten – aber kaum werden, wie Regina Poth einräumt. „Unsere Baustellen sind viel weniger als das“, sagt die Abteilungsleiterin Straßenplanung und -bau bei der Stadt.

Und doch sind sie für die Bürger allgegenwärtig. Zumal in den bevorstehenden Sommerferien, in denen wegen des reduzierten Verkehrsaufkommens heftig gebuddelt wird. Die Stawag nimmt sich als nächstes den Kanal in der Jakobstraße zwischen Kockerellstraße und Klappergasse vor – ebenso unterirdisch wie im Hof und damit verkehrsschonend. Baubeginn ist im August, fertig will man im Oktober 2016 sein – vorausssichtlich, denn: „Auch dort rechnen wir mit umfangreichen archäologischen Funden“, sagt Raabe.

Nach der Reit-EM ist dann ein Stück Kanal unter der Krefelder Straße zwischen Normannenstraße und Gut Wolf an der Reihe. Dort wird es bis April 2016 Verkehrsbehinderungen geben, weil Fahrspuren wegfallen. Gleiches gilt noch bis August für die Franzstraße und den Kreuzungsbereich, wo aktuell die Fernwärmeleitung erneuert wird. Und ebenfalls bis Ende August sollen auch die Kanalarbeiten an Friedrich-Wilhelm-Platz und Hartmannstraße beendet sein.

Der Stadtbetrieb asphaltiert derweil Anfang Juli etwa sechs Tage lang den Adalbertsteinweg und die Stolberger Straße zwischen Justizzentrum und St. Josef neu – teils verbunden mit Vollsperrungen. Umgeleitet wird der Verkehr über Sedan- und Eifelstraße. Eine neue Fahrbahndecke erhält Mitte Juli auch die Turmstraße zwischen Brücke und Wüllnerstraße. Fünf Tage lang wird es dort dann eng, wobei der Lkw-Verkehr zum Teil über Königstraße und Templergraben umgeleitet wird. Den Europaplatz nimmt man sich dagegen nun erst Ende August nach der Reit-EM vor.

Ursprünglich sollte der Verteilerkreis an der Autobahn wegen Asphaltarbeiten in den Sommerferien zwei Wochen gesperrt werden. Doch weil zur gleichen Zeit die Bahnstrecke zwischen Aachen und Düren gesperrt wird (Region & NRW) und vermehrt Busse über die Autobahn pendeln werden, protestierte die Politik heftig – und die Verwaltung disponierte schließlich doch um.

Gemeinsam buddeln Stadt und Stawag ab Juli in der Claßenstraße, wo die RWTH ein riesiges Hörsaalzentrum baut. In fünf Bauphasen werden dort die Kanäle saniert und der Straßenraum neu gestaltet. Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer soll es geben, außerdem wird die Bushaltestelle vor das Hörsaalzentrum verlegt. 1,33 Millionen Euro Baukosten sind kalkuliert, fertig will man im August 2016 sein.

Zwischen September und Dezember will die Stadt auch die Stiftsumfahrt vor dem Aquis Plaza umgestalten, die künftig nur noch für Busse und Anlieger frei sein soll. Und auf einigen anderen größeren Baustellen wird weitergebaut – am Krugenofen wohl noch bis September, in der Brander Marktstraße bis Juli und in der Alt-Haarener-Straße bis Mai 2016. Und auch den Hof will die Stadt sich vornehmen. Fußgängerfreundlich und barrierefrei soll er werden, als Teil der Erneuerung des Pfalzbezirks. Doch zuerst muss die Stawag dort fertig werden. Im Juli 2016 soll es jetzt so weit sein – wenn nichts mehr dazwischen kommt.

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