Aachen - Baustelle: Statt Verständnis herrscht Desinteresse

Baustelle: Statt Verständnis herrscht Desinteresse

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Heiße Phase: An der Viktoriaa
Heiße Phase: An der Viktoriaallee enden bald die Bauarbeiten. Eine Vorstellung der Maßnahme fand keine Foto: Michael Jaspers

Aachen. Vor Herz Jesu wird es heiß. Schließlich wird der 170 Grad heiße Asphalt verfüllt. Die Baumaßnahme Viktoriaallee nimmt die letzte Kurve, Ende August soll sie abgeschlossen werden. Das wollte Regina Poth, Abteilungsleiterin Straßenplanung und -Bau bei der Stadt Aachen eigentlich Anliegern berichten.

Sie wollte ihnen erklären, warum in der einjährigen Bauzeit (am 16. August 2010 wurde mit den Kanälen an der Ecke Oppenhoffallee begonnen) die Fortschritte nicht immer sichtbar waren. Warum man nicht sieht, wenn Hausanschlüsse gelegt werden.

Sie wollte zeigen, wie der Asphalt auf die Straße kommt und dabei erläutern, warum das gute, alte Kopfsteinpflaster nur noch in Gliederungsbändern und bei den Parkstreifen Platz findet. Und sie wollte für Verständnis für eine solche Baustelle werben. Doch Fehlanzeige. Kein einziger Anlieger nahm die Einladung der Stadt Aachen war. Als der heiße Asphalt fließt, zeigt der Bürger die sprichwörtlich kalte Schulter.

Regina Poth nannte es „schade”, denn schließlich wolle die Stadt Baustellen besser kommunizieren, um den Ärger der Anwohner oder auch Autofahrer zu bremsen, wenn diese auf das Ende eine Baustelle warten. „Manchmal denkt man: Da tut sich nichts. Anlieger und Autofahrer werden dann ungehalten und fragen sich, warum nichts passiert. Das müssen wir besser erklären. Bei großen Schächten gibt es beispielsweise Betonabbindezeiten, da muss man warten”, sagt sie. Aber kein Bürger hört zu.

Dabei hatte die Stadt sogar in Erwägung gezogen, bei allzu großem Interesse weitere Baustellenführungen anzubieten. Dies kann an der Viktoriaallee getrost vergessen werden. Warum die Idee auf derartiges Desinteresse gestoßen ist, kann Poth nicht erklären. „Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es an den Ferien.”

Oder am baldigen Ende der Baumaßnahme? Schon Ende des Monats soll sie abgeschlossen sein. Dann werden nur noch sechs neue Bäume gepflanzt, aber damit wird ohnehin bis November gewartet. Die letzten Pflasterarbeiten an Herz Jesu laufen, Platten werden zurecht geschnitten, um einen Kanaldeckel einzufassen. Wie ein großes Puzzle liegen die Steine bereit. Das Ende in Sicht. Binnen einem Jahr wurden letzten 1,3 Millionen Euro verbaut. Der strenge Winter verhinderte ein früheres Ende. Ansonsten betonen die Verantwortlichen aber, dass an der Viktoriaallee „auch wenn Bauarbeiter Ferien brauchen”, durchgearbeitet wurde. Fünf dieser Arbeiter verfüllten mit Schaufeln einen letzten schmalen Asphaltstreifen hinter der Kirche.

Auch dies wollte die Stadt Aachen den Anliegern und Bürgern zeigen, die über die Umleitungen und Sperrungen auch an Viktoriaallee und Bismarckstraße geschimpft haben. Beim heißen Ende der Arbeiten hörten nur die ausführenden Bauarbeiter zu.
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