Aachen - Baustelle am Hof: Von Skeletten, Münzen und alten Kanälen

Baustelle am Hof: Von Skeletten, Münzen und alten Kanälen

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Vorerst muss Asphalt herhalten: Die Baugrube im Hof wurde nach Abschluss der Arbeiten vorübergehend geschlossen. Die Situation wird nach der Umgestaltung wesentlich freundlicher aussehen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Als die Stawag im Juni 2013 mit der Baumaßnahme im Hof begonnen hat, hätte sich wohl keiner ausmalen können, was alles unter der Erde von Aachen schlummert. In unterirdischer Stollenbauweise hat die Stawag den Kanal und teilweise die Kanalhausanschlüsse erneuert. Die Baustelle der Stawag ist nun beendet.

Die Startgrube für den Stollenbau befand sich gegenüber dem Eingang zur Jugendkirche „kafarna:um“. Von dort wurde zu Beginn ein Querstollen zur Haupttrasse erstellt, der einerseits in Richtung Büchel, andererseits in Richtung Krämerstraße führte.

Zusätzlich ging ein Stichkanal in die Romaneygasse. Doch anders als geplant war dann doch noch lange nicht Schluss und so hat die Stawag die Einstiegsgrube weiter genutzt. Hans-Joachim Bonné, Bauleiter bei der Stawag, erklärt: „Im Laufe der Baumaßnahme hat sich unsere Vorgehensweise in unterirdischer Bauweise so bewährt, dass wir auch den Kanal in der gesamten Krämerstraße, in der Körbergasse bis zum Büchel, in der Rommelsgasse und in der Straße Hühnermarkt erneuert haben.“

Die Kanalerneuerung war notwendig, da die bestehenden Kanäle mehr als 110 Jahre alt waren. Das Verfahren des bergmännischen Stollenbaus belastet in diesem engen und viel frequentierten Bereich der Innenstadt die Anlieger sowie Besucher des Hofs deutlich weniger als ein offener Graben. Ebenso wurde mit dieser schonenden Bauweise der Tatsache Rechnung getragen, dass der Hof Bestandteil des eingetragenen Bodendenkmals im historischen Stadtkern ist.

Andreas Schaub, Stadtarchäologe bei der Stadt Aachen, bezeichnet den Hof gerne als „Hotspot der Archäologie“, der Aufschluss über den urbanen Charakter des römischen Aachens gibt. Schaub und sein Team um Grabungsleiter Joachim Meffert haben bei den Ausgrabungen neben Edelsteinen, feinen Steinmetzarbeiten, gestempelten Ziegeln, auch mehr als zehn Skelette zum Vorschein gebracht, bei denen es sich um frühere Bewohner Aachens zur Zeit Karls des Großen handelt.

Bis Mitte August 2015 waren die Original-Skelette in einer Ausstellung im „Centre Charlemagne – Neues Stadtmuseum Aachen“ zu sehen. Danach wurde ihre Geschichte in Bildern und Texten auf dem ersten interaktiven Bauzaun der Grabungsstelle im Hof weitererzählt. Dazu gab es eine kostenlose App, die mit Hilfe neuester Augmented-Reality-Technologie die Skelette auferstehen ließ.

Im Oktober 2014 war die Jaspisgemme der Fund des Monats: ein kleiner, roter, geschliffener Stein, der den Gott des guten Gelingens zeigt und ursprünglich als Siegel verwendet wurde.

Im Anschluss an die Baumaßnahme der Stawag im Hof wird die Stadt Aachen mit der geplanten Umgestaltung des Bereichs Hof beginnen.

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