Baumschützer beklagen sich über Nichtbeachtung

Von: Robert Baumann
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In vier Metern Höhe: Die Baum
In vier Metern Höhe: Die Baumschützer installierten eine Holzpalette - quasi als Protestplattform. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Mitglieder des Aachener Baumschutz-Bündnisses waren am Donnerstagmorgen schon sehr früh auf den Beinen. Noch im Schutz der Dunkelheit installierten sie am Templergraben gegen fünf Uhr eine in vier Metern Höhe an Seilen hängende Holzpalette zwischen zwei Bäumen, die nur mit Hilfe eines Klettergurtes erklommen werden kann.

Grund für den Protest der Baumschützer ist nach wie vor die zwischen Kármán-Auditorium und Super C geplante „Shared Space”-Verkehrszone und die damit verbundene Fällung von Platanen im Karree gegenüber dem RWTH-Hauptgebäude.

„Wir haben uns an den Petitionsausschuss des NRW-Landtags und die Bezirksregierung gewandt, haben Gespräche mit der Stadt und den Fraktionen geführt - alles hat bislang nichts gebracht”, erklärt Marika Jungbluth, Sprecherin des Baumschutz-Bündnisses, ziemlich frustriert. „Die Politik und die Verwaltung nehmen uns nicht ernst. Nur ein Baum soll jetzt erhalten bleiben”, beklagt sie und erklärt: „Wir wollen uns mit der Aktion für den Erhalt der Bäume stark machen und die Menschen weiter für das Problem sensibilisieren.”

Langfristige Aktion geplant

Aufgespannt zwischen den bedrohten Bäumen hängt ein Plakat: „Occupy Templergraben” (Besetzt den Templergraben) steht darauf, ein Wortspiel des Bündnisses in Anlehnung an die friedliche, längerfistige Protestbewegung „Occupy Wall Street” in New York im vergangenen Jahr. Und auch das Baumschutz-Bündnis plant eine länger andauernde Protestaktion. „Wir sind ständig vor Ort und wechseln uns gegenseitig ab. Bis Ende Februar sollen die Bäume gefällt werden, und solange wollen wir hier bleiben”, sagt Jungbluth entschlossen.

Aufwärmen konnten sich die Baumschützer mit Genehmigung von RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg im Foyer des Hauptgebäudes. Am Mittag lud der Rektor zwei Vertreter des Baumschutz-Bündnisses zu einem Gespräch und appellierte, die demokratisch erfolgte Entscheidung zur Abholzung der Bäume zu akzeptieren. Für ihren Protest sicherte der Rektor den Baumschützern den Raum zur Darstellung ihres Anliegens zu, nicht aber die Möglichkeit zur Selbstgefährdung.

Im Rahmen der Fürsorgepflicht sei er verpflichtet, angesichts gefährlicher Aktionen einzuschreiten. Außerdem gehe er davon aus, dass die erforderlichen Maßnahmen zur Wegnahme von Fahrradbügeln und anderen Arbeiten in den nächsten Tagen ungestört durchgeführt werden können. Die Baumschutzgruppe zeigte sich am Abend kompromissbereit und versicherte, die im Baum befestigte Palette wieder zu entfernen und sich nicht mehr aus luftiger Höhe abzuseilen.
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