Baumaßnahmen: Auf den City-Straßen werden Bagger rarer

Von: Matthias Hinrichs
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Claßenstraße
Am Bauschwerpunkt an der Claßenstraße sollen die Bauarbeiten Ende Juni beendet sein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – pardon: Stawag-Maskottchen Emil Erdmann – bekanntlich vor allem unterm Altstadtpflaster. Weil – siehe Hof oder Katschhof – manche Buddelei angesichts unangemeldeter Skelett- oder Ruinenfunde gefühlte halbe Ewigkeiten in Anspruch zu nehmen scheint.

Dass die Verantwortlichen sich ebendort lieber nicht allzu weit aus dem viel zitierten Zeitfenster hinauslehnen, wenn es um Termine zur Fertigstellung geht, liegt quasi in der kulturhistorischen Natur der Sache. Für stressgeplagte Blechbenutzer hatten die Vertreter von Stadt, Stawag und NetAachen am Mittwoch allerdings mehr als einen Trost parat: Beim Blick auf die wesentlichen Straßenbaumaßnahmen im ersten Halbjahr 2016 liegen die Schwerpunkte vor allem in den Außenbereichen und damit meist jenseits der viel frequentierten Innenstadtrouten.

Was nicht heißt, dass nicht auch das eine oder andere große „Einfallstor“ in den nächsten Monaten eine Zeitlang ausschließlich von Baufahrzeugen strapaziert wird. Zweites Trostpflaster in Sachen Pflaster: Dort geht es meist „nur“ um Asphaltarbeiten. Die nehmen in aller Regel maximal ein bis zwei Wochen in Anspruch, wie Regina Poth, zuständige Abteilungsleiterin bei der Stadt, einmal mehr betonte.

So wird die Krefelder Straße vor der Bastei vom 6. bis 19. Juni quasi runderneuert. Die aktuellen Kanalarbeiten schreiten erfolgreich voran und sollen bis Juni abgeschlossen sein, so Wolfgang Raabe, Leiter der Abteilung Netzplanung bei der Stawag. Fast einen Monat wird hingegen die Sanierung der Eupener Straße dauern – allerdings in den Ferien und in drei Bauabschnitten, nämlich zwischen Hausnummer 125/127 und Grindelweg und in der Zeit vom 27. Juni bis 24. Juli.

Vom 15. bis 23. August sind die Arbeiter in der Friedrich-Ebert-Allee zwischen den Einmündungen Michaelsberg-straße und Im Gillesbachtal zugange. Außerdem auf der Asphalt-Agenda: die Oberdorfstraße zwischen Horbacher Straße und Hausnummer 12 (20. bis 26. Juni) und der Vetschauer Weg zwischen Hausnummer 29 bis 65 (10. bis 16. Oktober).

Größere Maßnahmen zwecks Kanal- und Oberflächenerneuerung bzw. Verlegung von Strom- und Glasfaserleitungen sind unterdessen teilweise bereits gestartet. Die gute Nachricht vorweg: Die Arbeiten in der Claßenstraße biegen schneller in die Zielgerade ein als geplant.

Sie sollen laut Poth Ende Juni und damit zwei Monate früher beendet sein, damit die „Probephase“ fürs neue Hörsaalzentrum der RWTH zeitig beginnen kann. Auf dem Brüsseler Ring geht zwischen Kaiser-Friedrich-Allee und Lütticher Straße oberirdisch vorerst nichts. Die Kanalerneuerung schreitet laut Raabe aber zügig voran.

In der Kamper Straße erneuert die Stawag bis Mitte Juli Wasser-, Gas- und Stromleitungen. Bis Ende Mai sollen Fernwärmeanschlüsse im rückwärtigen Bereich der Krämerstraße auf dem Katschhof verlegt sein – sofern die Archäologen nicht zwischenzeitlich mit den Schäufelchen winken (müssen).

Kanalerneuerungen sind auch in der Stephanstraße (ab März), in der Mariabrunnstraße und in der Amya-straße (ab Mai zwischen Eupener Straße und Rhein-Maas-Straße) fällig. Am 1. Februar starten umfängliche Maßnahmen im Grauenhofer Weg. Dort buddelt die Stawag noch bis April, bis Dezember soll die Fahrbahn auf 6,50 Meter Gesamtbreite ausgebaut werden.

Auch die von Stoßdämpfergebeutelten viel geschmähte Bismarckstraße soll zwischen Oppenhoffallee und Adalbertsteinweg ab Ende Mai endlich erneuert werden. Schließlich muss die Alt-Haarener-Straße im März etwa drei Tage gesperrt werden, damit dort Flüsterasphalt aufgebracht werden kann.

Ansonsten konzentrieren sich die Maßnahmen vor allem auf die südöstlichen Teile der Stadt, wo in großem Umfang Strom- beziehungsweise Glasfaserleitungen installiert werden. Betroffen sind vor allem Debyestraße, Neuenhof-straße, Schleckheimer Straße, Nerscheider Weg.

Die sogenannte FTTC-Technik hält zudem Einzug in Kornelimünster, Walheim, Schleckheim und Oberforstbach. Im Ganzen sollen bis Jahresmitte nicht weniger als rund 7500 Privathaushalte sowie 200 Firmen von den schnellen Verbindungen profitieren, erläuterte Michael Gayer, Technischer Leiter bei NetAachen.

Apropos schnelle Verbindung: Platz für die großen roten Autos will die Stadt bis Mitte Juni auf dem Willy-Brandt-Platz schaffen, die Busspuren für die Aseag-Boliden sollen ab März angelegt werden. Und schließlich zeichnet sich auch in punkto Buddelei im Hof ganz allmählich ein Ende ab: „Wir hoffen, dass wir trotz der Archäologie bis Ende des Jahres dort fertig sind“, erklärte Raabe.

Aber: Danach wird das Pflaster rund ums Säulengelände neu verlegt. „Mit den Gastronomen sind wir natürlich im Gespräch“, sagte Regina Poth. Im späten Frühjahr 2017, wenn Emil Erdmann längst sein Werk vollbracht hat, sollen dort aber auch die Sonnenhungrigen wieder zum Zuge kommen...

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