Baugebiet Dell schrumpft nicht wie befürchtet

Von: os
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Aachen. Die städtische Baudezernentin Gisela Nacken hatte für die Politik im Planungsausschuss eine „gute Nachricht“ parat: Das riesige Neubaugebiet Richtericher Dell muss nicht wie zuletzt befürchtet um 150 Wohneinheiten schrumpfen.

Das hatte die Verwaltung noch vor wenigen Wochen wegen des erheblichen Gestanks, der vom benachbarten Regenrückhaltebecken herüberweht, angenommen und öffentlich bekanntgegeben. Doch nun habe ein Gutachter festgestellt, dass nur 15 Baugrundstücke geruchsbelastet seien, so Nacken. Und die wolle man – gegebenenfalls zu günstigeren Konditionen - trotzdem vermarkten, weil die in diesem Fall überschrittenen Grenzwerte keine gesetzliche Verpflichtung darstellten. „So werden wir doch keine finanziellen Verluste bei der Vermarktung der Flächen haben“, freute sich die Dezernentin.

Bei der Politik war die Erleichterung darüber groß, allerdings herrschte auch Irritation über das „Hin und Her“ der Verwaltung in Sachen Gestank. So wurden Fragen laut nach der „Rechtssicherheit“ der geplanten Verkäufe. Soll heißen: Es müsse ausgeschlossen werden, dass Käufer Schadenersatzansprüche haben, wenn es ihnen am Ende doch zu sehr stinkt.

Kritik wurde auch geäußert am „leichtfertigen Vorgehen“ der Verwaltung, die mit groben Annahmen über den Gestank an die Öffentlichkeit gegangen war und erst danach einen Gutachter beauftragt hatte – wobei FWG-Ratsherr Hans-Dieter Schaffrath gar Zweifel an der Seriosität der gesamten Untersuchung hegte. Das wies Nacken zurück: „Das ist ein neutrales Gutachten eines Fachmanns, das bei uns eingesehen werden kann“, sagte sie. „Und das ist nicht auf Druck der Politik erfolgt.“

Mit großer Mehrheit beschloss der Ausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bauabschnitt zwischen dem nordwestlichen Siedlungsrand Richterichs, dem Vetschauer Weg, dem Regenrückhaltebecken und dem Knotenpunkt Roermonder Straße/Kohlscheider Straße. Nur die FDP stimmte dagegen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die frühzeitige Beteiligung der Bürger und die Planung der Ortsumgehung gelegt werden.

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