Bauernhof brennt: Treibt ein neuer Feuerteufel sein Unwesen?

Von: Oliver Schmetz
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Ein Bild der Verwüstung: Das Großfeuer auf einem Bauernhof am Grauenhofer Weg, das am Montagabend einen Stall und ein benachbartes Heulager zerstörte, hielt die Feuerwehr die ganze Nacht über in Atem. Noch am Dienstagnachmittag dauerten letzte Löscharbeiten an. Parallel ermittelte da bereits die Kripo wegen der Brandursache. Foto: Andreas Steindl
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Dramatische Szenen: Mit großem Einsatz verhinderten die Rettungskräfte ein Übergreifen der Flammen auf Wohngebäude. Foto: Andreas Steindl
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Einer der größten Einsätze des Jahres: 105 Feuerwehrleute kämpften am Grauenhofer Weg gegen die Flammen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Manchmal kann gute Nachbarschaft nicht nur Gold, sondern sogar Menschenleben wert sein. Denn als am Montagabend gegen 21.40 Uhr die ersten Flammen aus einem Stall auf einem Bauernhof am Grauenhofer Weg schlugen, konnten die betroffenen Landwirte von ihrem Unglück noch nichts bemerken. Aber von der nahe gelegenen Stettiner Straße aus konnte man das Feuer schon sehen – zum Glück.

 „Von dort aus riefen uns Nachbarn an, um uns zu warnen“, berichtet Marina Maintz am Tag danach, an dem für sie und ihre Familie längst noch nicht alles vorbei ist. Und das liegt nicht nur daran, dass einem fast überall auf dem Hof der Brandgestank den Atem raubt. Und dass Kripobeamte und Brandsachverständige auf dem Grundstück nach Spuren suchen. Da sind auch die Schäden, die so groß sind, und der Schock, der so tief sitzt. Denn schließlich ist es schon der zweite Brand binnen drei Monaten, der den Hof trifft, wie Maintz erzählt: „Und dann geht man dann schon von Brandstiftung aus.“

Am Abend zuvor, als der Anruf kam, war für solche Gedanken keine Zeit. Man lief nach draußen, stellte fest, dass es auf dem direkt angrenzenden Hof des 83-jährigen Vaters von Marina Maintz brannte, und versuchte zu retten, was zu retten war. Der Vater habe unverletzt in Sicherheit gebracht werden können, ihr Bruder habe die 25 Kälber aus dem Stall gerettet, erinnert sich die Landwirtin. „Es brannte sofort lichterloh, zum Glück ist niemand verletzt worden“, sagt sie, obgleich der Schaden nicht nur ein materieller ist. „Wir haben zwei kleine Kinder im Alter von sieben und neun Jahren, für die das ein ganz schlimmer Schock ist.“

Für die Feuerwehr bedeutet der Einsatz am Grauenhofer Weg Schwerstarbeit, und das nicht nur am Montagabend, sondern bis weit in den Dienstag hinein. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte brannten der Stall und ein benachbartes Heulager schon in voller Ausdehnung. Und das Feuer drohte auf die unmittelbar angrenzenden Wohn- und Wirtschaftsgebäude überzugreifen.

Mit großem Aufwand konnten die Brandschützer eine solche komplette Katastrophe verhindern: Insgesamt 105 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, sieben Löschzüge von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr waren im Einsatz – und hatten sich teils mit widrigen Bedingungen herumzuschlagen. Vor allem an Wasser mangelte es, weswegen über große Distanzen Schläuche verlegt werden mussten und zusätzlich Tanklastwagen zwischen einem rund einen Kilometer entfernten Hydranten und dem Brandort hin und her pendelten.

Bis auf ein paar kleinere Schäden habe man das Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude vermeiden können, heißt es am Tag danach auf der Leitstelle der Feuerwehr. Was Marina Maintz bestätigt: „Nur ein paar Dachplanken an unserer Scheune sind betroffen.“ Gleichwohl sei der Sachschaden immens: „Das ganze Winterfutter ist komplett verbrannt.“

Beim ersten Brand vor drei Monaten sei man da noch glimpflicher davongekommen. Damals ging ein noch leeres Heulager in Flammen auf. Und da die Ermittler alle anderen Ursachen ausgeschlossen hätten, „war das wohl Brandstiftung“, vermutet Maintz. Dass die Betroffenen diesmal den gleichen Verdacht hegen, liegt auch daran, dass dort, wo das Feuer am Montagabend entstand, keine elektrischen Leitungen verlaufen – also kein technischer Defekt die Ursache sein könne, meint Maintz.

Und es hat damit zu tun, dass es zuletzt zweimal binnen kurzer Zeit in einem Mehrfamilienhaus in der nahen Stettiner Straße gebrannt hat. Beide Male wurde ein Kinderwagen im Treppenhaus angezündet, was lebensgefährliche Folgen hätte haben können.

Treibt also ein Feuerteufel im Aachener Süden sein Unwesen? Paul Kemen bestätigt, dass die Ermittler auch in diese Richtung denken. Die räumliche Nähe der einzelnen Brandorte sei auffällig, sagt der Sprecher der Aachener Polizei. „Wir prüfen das“, sagt er, „aber bislang gibt es dafür noch keinen konkreten Anhaltspunkt.“

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