Bauen in Aachen: Wenn bereits der Abriss Gerichte beschäftigt

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
9437764.jpg
Im Sommer 2016 bezugsfertig? An der Vaalser Straße baut die Gewoge 118 Wohnungen und Einzelhandelsflächen. Foto: Michael Jaspers
9437751.jpg
Bauantrag gestellt: Am Veltmanplatz sollen nun nur noch 101 Wohnungen entstehen. Foto: Jaspers

Aachen. An allen Ecken und Enden der Stadt boomt das Bauen. Gewerbeareale werden erschlossen, neue Einzelhandelflächen geschaffen und vor allem Wohnungen gebaut – von der Studentenbude über dringend benötigte Sozialwohnungen bis hin zum Luxusappartement.

Doch bisweilen geraten Vorhaben schon vor Baubeginn ins Stocken, weil bereits der Abriss die Gerichte beschäftigt wie beim Projekt Lousberg-Höfe an der Rütscher Straße.

Die Planung: Auf dem Gelände des Weltkriegsbunkers am Fuße des Lousbergs will die Lousberg Höfe GmbH, eine Tochter der Landmarken AG des Aachener Investors Norbert Hermanns, in einer innerstädtischen Top-Lage Wohnungen bauen. Vorgesehen sind vier Mehrfamilienhäuser an der Rütscher Straße mit insgesamt 40 hochwertigen Eigentumswohnungen und fünf bis sechs Stadthäuser zur Försterstraße hin. In einer zweigeschossigen Tiefgarage sollen 60 Parkplätze geschaffen werden.

Der Stand der Dinge: Gegen den Abriss des Bunkers formierte sich von Anfang an Widerstand in der Nachbarschaft, der mittlerweile juristische Auseinandersetzungen nach sich gezogen hat. Die eigentlich vorgesehenen Lockerungssprengungen, mit denen man die schwierigen Abrissarbeiten an dem ausgesprochen massiven Bauwerk beschleunigen wollte, wurden dabei gleich doppelt gestoppt: Das Verwaltungsgericht Aachen legte auf Klagen aus der Nachbarschaft hin vorerst die städtische Sprenggenehmigung auf Eis, während das Landgericht Aachen in einem anderen Verfahren die Sprengungen wegen der ungewissen Auswirkungen auf die Umgebung glatt untersagte. Der Bauherr ist in die Berufung gegangen, das Tauziehen vor Gericht geht weiter – aber der Abriss dauert auf konventionelle Weise länger als geplant.

Die Fertigstellung: Wann die ersten Eigentümer die Lousberg-Höfe beziehen, ist kaum zu prognostizieren. Ursprünglich sollte der Abriss Ende März beendet und die Baugrube bis April 2016 bereitet sein. „Das wird sich verzögern“, sagt Detlev Karsten, Geschäftsführer der Lousberg Höfe GmbH.

Veltmanplatz

Die Planung: Ursprünglich wollte die Landmarken AG auf dem Grundstück des ehemaligen Wollforschungsinstituts am Veltmanplatz 185 Wohnungen für Studenten und Hochschulangehörige bauen. Eigentlich wollte man schon 2014 damit fertig sein. Doch Ende Oktober vorigen Jahres ist das Projekt an die Berliner CG-Gruppe verkauft worden.

Der Stand der Dinge: Laut Christoph Gröner, geschäftsführender Gesellschafter der CG-Gruppe, ist vor Weihnachten Bauantrag gestellt worden. Demnach sind jetzt 101 Wohnungen geplant. Die einzelnen Einheiten seien zwar nun teils größer, gleichwohl setze man den Schwerpunkt nach wie vor auf studentisches Wohnen, sagt Gröner. Die Politik befürchtete zuletzt allerdings, der neue Besitzer wolle mit dem neuen Zuschnitt der Wohneinheiten vom studentischen Wohnen abrücken, und forderte für den Fall die Erfüllung der üblichen Quote zum Bau von Sozialwohnungen.

Die Fertigstellung: „Wir sind zuversichtlich, dass wir bald die Genehmigung erhalten“, sagt Gröner. Sollte dies der Fall sein, könne das 23 Millionen Euro schwere Projekt bis Herbst 2016 realisiert sein.

Vaalser Straße

Die Planung: „Wohnen im Drei-Länder-Carrée“ heißt das Bauvorhaben der Gewoge, die an der Vaalser Straße neben der Arge 118 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit für Einzelhandel bauen will. Geplant sind drei verbundene Baukörper, in denen Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen geschaffen werden sollen. Dazwischen sollen begrünte Innenhöfe als Ruhezonen entstehen, die mit einer gläsernen Schallschutzwand von der Vaalser Straße abgetrennt werden.

Der Stand der Dinge: Auf der Baustelle geht es aktuell zügig voran, heute und morgen soll erstmals ein großer Kran aufgebaut werden. Zuvor allerdings hatten – wie so oft im geschichtsträchtigen Aachen – die Archäologen für Stillstand gesorgt. Sie förderten jungsteinzeitliche Funde und Reste des Westwalls zutage, weswegen die Bauarbeiten zeitweise ruhen mussten.

Die Fertigstellung: Die archäologischen Funde haben das Projekt verzögert, aber der Zeitverlust hält sich noch in Grenzen. „Zunächst hatten wir für die Fertigstellung das Frühjahr 2016 im Blick“, sagt Projektleiterin Petra Pade, „nun gehen wir von Sommer 2016 aus.“

Lesen Sie in der nächsten Folge unter anderem Aktuelles zum Hotelprojekt Sandkaulstraße, zu Camp Pirotte und zum Richtericher Dell.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert